Ausgabe: 06 / 2010
Seite: 130

Panorama

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Ab 20. Juni ist das Dresdner Albertinum nach vierjähriger Sanierung wieder für Besucher offen. Auch das neue hochwassersichere Zentraldepot der Kunstsammlung mit modernen Restaurierungswerkstätten wird schon bestückt.

Die Flutkatastrophe von 2002, bei der auch unterirdische Depots in dem Neorenaissance-Gebäude in Mitleidenschaft gezogen worden waren, gab den Ausschlag für den umfangreichen Um- und Ausbau. | Während die Automobilindustrie harte Zeiten durchmacht, überraschte die Stiftung des Ford-Konzerns mit einer großzügigen Spende:

100 Millionen Dollar sollen im Laufe der nächsten zehn Jahre da für eingesetzt werden, in den USA neue Kunststiftungen auf zubauen, etablierten Häusern bei der Renovierung und beim Ausbau zu helfen und Künstlern günstige Ateliers zu verschaffen. | Die Kostenexplosion bei der Elbphilharmonie in Hamburg hat die SPD-Fraktion veranlasst, in der Bürgerschaft einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss einsetzen zu lassen, der die Ursachen der Mehrkosten und die politische Verantwortung für diese Entwicklung klären soll. Das Konzerthaus sollte den Steuerzahler ursprünglich 77 Millionen Euro kosten. Jetzt liegt der Preis bei rund 323 Millionen Euro. Die Stadt hat inzwischen die mit dem Bau beauftragte Firma Hochtief auf Vorlage eines detaillierten Terminplans verklagt. | Die niederländische Stadt Den Haag muss zwei Millionen Euro zusammenbekommen, um den Erben des jüdischen Kunsthändlers Jacques Goudstikker ein halbes Gemälde abkaufen zu können: die linke Hälfte von Jan Steens "Hochzeit von Tobias und Sarah" aus dem Haager Bredius-Museum.

Das Bild war im 19. Jahrhundert auseinandergeschnitten und 1996 wieder zusammengefügt worden. Die rechte Hälfte befindet sich im Besitz der Stadt, die laut einem Gerichtsbeschluss ihren Teil nicht verkaufen darf. Die linke Hälfte des Werks war 2006 den Goudstikker-Erben zugesprochen worden. | Das Kölner Schauspielhaus, in den fünfziger Jahren von Wilhelm Riphahn entworfen, wird nicht abgerissen.

Der Stadtrat votierte kürzlich für den Erhalt des Theaterbaus.

Letzten Dezember noch hatte der Rat beschlossen, der Komplex müsse einem Neubau weichen. Grund für den Sinneswandel: Eine Bürgerinitiative hatte über 50 000 Unterschriften gegen den Abriss gesammelt.