Ausgabe: 06 / 2010
Seite: 126

Glücklicher Süden

Von Adrienne Braun

ERÖFFNUNGEN Im reichen Süddeutschland boomen die Privatmuseen geradezu: Allein im Juni eröffnet in Sindelfingen das Schauwerk und in Burlafingen die Walther Collection

Erben macht Arbeit. Deshalb hat Artur Walther lange überlegt, was er anfangen soll mit dem ihm vermachten Grundstück in Burlafingen, auf dem mehrere Einfamilienhäuser stehen.

Walther, 61, war erfolgreicher Banker, lebt heute in New York und sammelt Fotografien. Nun zeigt er seine Sammlung in der alten Heimat.

Die Ulmer Architekten Braunger Wörtz haben das Haus, in dem er aufwuchs, durch einen schlichten Kubus ersetzt. Zudem werden auch benachbarte ehemalige Wohnhäuser für das Museum, das am 15. Juni eröffnet, genutzt. In zwei Gebäuden zeigt Walther historische Fotografien etwa von August Sander; ein Bungalow ist für konzeptuelle Positionen vorgesehen.

Das Herzstück der Sammlung aber liegt unter der Erde: 650 Quadratmeter Ausstellungsfläche, die zeitgenössischer Fotografie aus Afrika gewidmet sind, für deren Ankauf sich Walther von Okwui Enwezor, Chef der Documenta 11, beraten ließ.

Während die Walthers Collection bereits häufig in Museen zu sehen war, lagerten die Schätze von Peter Schaufler und Christiane Schaufler-Münch bisher meist im Depot. Auf das ehemalige Werksgelände ihrer Firma für Kältetechnik in Sindelfingen haben die Stuttgarter BFK Architekten den Schauflers nun ein Schauwerk gebaut, das am 11. Juni eröffnet (Katalog:

39,95 Euro). Schwerpunkte der inzwischen mehr als 3000 Werke umfassenden Sammlung sind ZERO-Kunst, Minimal Art und Konkrete Kunst, Aber auch neuere Arbeiten von John Armleder, Sylvie Fleury oder Gerwald Rockenschaub sind vertreten. Die Fotosammlung wird zudem ab nächstem Jahr in einem umgebauten Lagerhaus präsentiert.

Bildunterschrift:

Kunstkubus in der Vorstadt: die Walther Collection in Burlafingen bei Ulm

Elegante Umnutzung des ehemaligen Werkgeländes einer Kältetechnikfabrik: das Schauwerk in Sindelfingen bei Stuttgart