Ausgabe: 06 / 2010
Seite: 123
Kunst schlägt Brücken
Von Michael Kohler
UPDATE: RUHRGEBIET/EMSCHERINSEL
Über eine Länge von 34 Kilometern zieht sich die durch Emscher und Rhein- Herne-Kanal gebildete Emscher-Insel hin. An ihrer schmalsten Stelle ist sie gerade einmal einen Steinwurf breit. Das Kommen und Gehen der Schwerindustrie hat hier eine nicht gerade schöne, aber symbolträchtige Landschaft geschaffen, deren erstaunliche Vielfalt nun vom 29. Mai bis 5. September das größte Kunstprojekt der "Ruhr.2010" erschließen soll. An acht Orten werden unter freiem Himmel 20 Kunstwerke präsentiert, wobei die von Tobias Rehberger in Oberhausen errichtete Fußgängerbrücke das heimliche Motto vorgibt: Die Kunst soll Brücken zur "Insel" Ruhrgebiet schlagen. Am anderen Ende des Inselparcours Kunst schlägt Brücken UPDATE: RUHRGEBIET/EMSCHERINSEL wird die industriell geprägte Flusslandschaft im Sommer aufwändig renaturiert.
Für dieses Schauspiel hat Tadashi Kawamata einen Aussichtsturm entworfen, dessen sanft geschwungener Holzsteg an den einstigen Flusslauf der gewaltsam begradigten Emscher erinnert. Die Rückkehr zur Natur ist auch das Thema von Mark Dion: Er lässt einen ausrangierten Gastank zur ornithologischen Forschungsstation umbauen und am Herner Meer mit bester Sicht auf die Nistplätze aufstellen.
Olaf Nicolai liefert einen vergleichsweise ironischen Kommentar, indem er das maßstabsgetreue Modell einer naturgeschützten Bergformation aus den USA auf die Emscherinsel bringt. Dank einer Hymne der Rockband Mogwai wird daraus ein kultischer "Singing Mountain". Mit der Ausstellung Emscherkunst.
2010 stattet die Kulturhauptstadt nicht zuletzt der Internationalen Bauaustellung Emscher Park ihren Dank ab und führt deren wegweisende Ideen fort. Weitere In formationen unter www.emscherkunst.de.
Grafik:
Oberhausen, Schloss Oberhausen, Gasometer (1): Jeppe Hein, Tobias Rehberger Bottrop, BernePark (2): Piet Oudolf/GROSS.MAX, Mischa Kuball/Lawrence Weiner Essen/Gelsenkirchen, Schwarzbachmündung bis ehemaliger Hafen Mathias Stinnes (3): Ayse Erkmen, Rita McBride, Marjetica Potrc und Ooze Architects. Observatorium (Andre Dekker, Geert van de Camp, Ruud Reutlingsberger Gelsenkirchen, Wilde Insel, Schleuse (4): Olaf Nicolai/Douglas Gordon/Mogwai Herne/Gelsenkirchen Holzbachmündung, Künstlerzeche Unser Fritz (5):
Monica Bonvicini, N 55, Stephan Huber Herne/Stadthafen Recklinghausen, ehemalige Kläranlage (6): Silke Wagner, Kunst- akademie Münster - Hochschule für Bildende Künste BASIS, M+M (Marc Weis und Martin De Mattia)
Südufer des "Herner Meeres" gegenüber dem Molenkopf (7): Marc Dion, Mole: Bogomir Ecker und Bülent Kullukcu Castrop-Rauxel, Wasserkreuz Emscher/Rhein-Herne-Kanal (8): Tadashi Kawamata
