Ausgabe: 05 / 2010
Seite: 106
Der Geist in der Maschine
Von
VORSCHAU Der New Yorker zwingt Drucker zu schöpferischen Fehlern
Wade Guyton Museum Ludwig, Köln, 23.4.-22.8.2010
Auf welchem Bildschirm ein Video abgespielt wird, entscheidet über Kontrast und Farbwerte, und C-Prints sehen bei jedem Drucker verschieden aus. Genau diesen automatischen Beitrag zur künstlerischen Produktion stellt Wade Guyton (Jahrgang 1972) ins Zentrum seiner Arbeiten. Bekannt wurde der New Yorker Maler mit großformatigen Tafelbildern, für die er flächige Motive mit einem gewerblichen Tintenstrahldrucker auf grobe Leinwandstoffe druckt. Weil das Gerät weder für dieses Material noch für dessen Größe geschaffen wurde, kommt es immer wieder zu schöpferischen Fehlern und Aussetzern, die Guyton teilweise durch absichtliche Manipulationen ergänzt. In der Regel sind seine Druckgemälde schwarzweiß und geben erst bei näherer Betrachtung ihren Reichtum an Strömungen und Mustern preis. Im Oberlichtsaal des Museums Ludwig werden acht Leinwände in Form länglicher Rechtecke mit jeweils monochromen Blöcken angebracht; gegenüber liegt die Eingangstreppe - schwarze Blöcke und weiße Bildstreifen hat Guyton beinahe wie Treppenstufen arrangiert (Künstlerbuch: Verlag der Buchhandlung Walther König, 38 Euro). M. K.
Bildunterschrift:
Installation bei Gio Marconi, Mailand 2009
