Ausgabe: 05 / 2010
Seite: 132-139

Zum Ersten, zum Zweiten

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Mit Spannung erwarten private Sammler, Museumsleiter und Kunsthändler die Frühjahrsauktionen. Im letzten Jahr hat auch der Kunstmarkt die Folgen der Wirtschaftskrise zu spüren bekommen, aber inzwischen verzeichnet der Handel wieder reges Kaufinteresse. art hat für Sie aus dem aktuellen Auktionsangebot eine Auswahl zusammengestellt

AUKTIONSHÄUSER INTERNATIONAL Die beiden größten und umsatzstärksten Auktionshäuser der Welt sind Christie's und Sotheby's.

Beide haben mehrere Repräsentanzen in Deutschland, bieten Expertenservice an und laden zu Vorbesichtigungen ausgewählter internationaler Auktionen ein. Sie veranstalten jedoch keine Versteigerungen in Deutschland.

Christie's Niederlassungen in Deutschland:

40479 Düsseldorf Inselstraße 26 Tel. (02 11) 4 91 59 30 Fax (02 11) 4 92 03 39 Frankfurt (Büro)

Tel. (0 61) 74 20 94 85 Fax (0 61) 74 20 94 86 22301 Hamburg Wentzelstraße 21 Tel. (0 40) 2 79 40 73 Fax (0 40) 2 70 44 97 80333 München Türkenstraße 16 Tel. (0 89) 24 20 96 80 Fax (0 89) 24 20 96 88 70174 Stuttgart Relenbergstraße 69 Tel. (07 11) 2 26 96 99 Fax (07 11) 2 26 06 07 1766 von James Christie gegründet, wurde das Auktionshaus nach dem Eintritt von William Manson 1831 in Christie & Manson umbenannt.

1859 trat Thomas Woods in die Firma ein, die von da an Christie, Manson & Woods hieß. 1892 verauktionierte Christie's in London als erstes Bild des Impressionismus "L' Absinthe" von Edgar Degas für 189 Pfund. Das Bild hängt heute im Pariser Musée d' Orsay. Christie's gehört inzwischen dem französischen Geschäftsmann und Sammler François Pinault. Die erste deutsche Niederlassung wurde 1971 in Düsseldorf gegründet (Hauptsitz). Es folgten 1979 München und 1980 Hamburg. 1990 wurden in Frankfurt am Main und in Berlin Niederlassungen eröffnet, 1997 die Repräsentanz in Stuttgart. Da Berlin seit Anfang 2009 von Hamburg aus betreut wird, verfügt Christie's zur Zeit über fünf Büros in Deutschland.

Sotheby's Niederlassungen in Deutschland:

60325 Frankfurt am Main Mendelssohnstraße 66 Tel. (0 69) 74 07 87 Fax (0 69) 74 69 01 20148 Hamburg Tesdorpfstraße 22 Tel. (0 40) 44 40 80 Fax (0 40) 4 10 70 82 50667 Köln St.-Apern-Straße 71-21 Tel. (02 21) 20 71 70 Fax (02 21) 2 57 43 59 80539 München Odeonsplatz 16 Tel. (0 89) 2 91 31 51 Fax (0 89) 29 92 71 Gegründet 1744 von einem gewissen Samuel Baker in London, übernahm nach dessen Tod 1778 sein Neffe John Sotheby das Auktionshaus.

Unter Peter Wilson, der 1936 in die Firma eintrat, wurde Sotheby's zu einer internationalen Größe im Auktionsgeschäft. 1964 erwarb Sotheby's mit Parke-Bernet das größte US-amerikanische Auktionshaus.

1983 kaufte A. Alfred Taubman das Unternehmen, das sich nun zum Global Player entwickelte.

Im Jahr 2000 war Sotheby's das erste Haus, das Internet-Auktionen veranstaltete.Die Sotheby's Deutschland GmbH mit ihrem Geschäftsführer Philipp Herzog von Württemberg, der seit 2004 auch Generaldirektor von Sotheby's Frankreich ist, unterhält Geschäftsstellen in München, Frankfurt, Köln und Hamburg.

Phillips de Pury & Company Niederlassung in Deutschland:

10117 Berlin Auguststraße 19 Tel. (0 30) 88 00 18 42 Fax (0 30) 88 00 18 43 Auch Phillips de Pury & Company, ein weiteres großes internationales Haus, gegründet 1796 von dem ehemaligen Christie's-Angestellten Harry Phillips, veranstaltet ebenso wie Christie's und Sotheby's keine Auktionen in Deutschland.

Das Unternehmen wurde 1999 von dem französischen Geschäftsmann Bernard Arnault, Chef des Luxusgüterkonzerns LVMH, gekauft, bevor die Kunsthändler Simon de Pury und Daniela Luxembourg 2002 die Mehrheit der Firma übernahmen.

Seit 2008 ist das Haus mehrheitlich im Besitz der russischen Mercury Group. Besonders bei seinen Designauktionen (nächste am 28. April in London) verzeichnet Phillips de Pury bemerkenswerte Erfolge. Es gibt eine Repräsentanz in Berlin.

Seit 2008 bietet das Auktionshaus neben den klassischen Versteigerungsterminen auch spartenübergreifende, thematische Auktionen an, etwa unter dem Motto "Sex", "Film", "Italia" oder "80's".

DEUTSCHLAND Altenburg Photographie Auktionen, Berlin Anklamer Straße 38 10115 Berlin Tel. (0 30) 69 56 44 33 Fax (0 30) 69 56 44 34 Gegründet 2004, ist Altenburg das einzige Auktionshaus in Deutschland, das nur Fotografie versteigert.

Inhaberin ist die aus Altenburg in Thüringen stammende Ilona Schäfer, sie war zu DDR-Zeiten Fotografin und hat danach Kunstgeschichte studiert. Jährlich werden Auktionen im Frühjahr und Herbst veranstaltet, das Hauptaugenmerk gilt dabei dem 20. Jahrhundert und vorzugsweise Arbeiten von DDR-Fotografen.

Bassenge Kunst- und Buchauktionen, Berlin Erdener Straße 5a 14193 Berlin Tel. (0 30) 8 93 80 29-0 Fax (0 30) 8 91 80 25 Schon wenige Monate nach Kriegsende, am 14. November 1946, veranstaltete Gerd Rosen in Berlin seine erste Auktion. Seine heute legendäre Galerie am Kurfürstendamm wurde ein Fixpunkt im kulturellen Leben der Stadt. Als Rosen 1961 starb, übernahm seine Mitarbeiterin Gerda Bassenge das Unternehmen.

1967 trat ihr Sohn Tilman Bassenge in die Firma ein, die 1968 ihr jetziges Haus im Grunewald bezog.

Bassenge veranstaltet seine Auktionen im Frühjahr und im Herbst.

Kunstauktionshaus Boltz, Bayreuth Brandenburger Straße 36 95448 Bayreuth Tel. (09 21)-2 06 16 Fax (09 21-1 26 14 Das vor über 30 Jahren von Waltraud Boltz gegründete Haus versteigert Kuriositäten, von Emailschildern bis Zinn, Bauernsilber, Bügeleisen, Christbaumschmuck, Spielzeug, Postkarten, Volkskunst, Werkzeuge etc. Das Haus veranstaltet pro Jahr bis zu 15 Auktionen.

Kunst- und Auktionshaus Wilhelm M. Döbritz, Frankfurt am Main Braubachstraße 10-12 60311 Frankfurt Tel. (0 69) 28 77 33 Fax (0 69) 21 99 76 03 1966 von Wilhelm M. Döbritz gegründet, ist seine Tochter Anja Döbritz- Berti seit 2002 Geschäftsführerin.

Das Auktionshaus ist ein Generalist.

Versteigert werden Gemälde, Zeichnungen & Aquarelle, Grafik, Ikonen, Skulpturen, Bronzen, Uhren, Miniaturen,Teppiche und Möbel.

Ein herausragender Zuschlag bei der Auktion im Juni 2009 galt zwei Meissener Figuren (Eichelhäher, Modell von Johann Joachim Kaendler, um 1740) mit 112 000 Euro (netto). Das Haus hat seit 2006 eine Dependance am Frankfurter Osthafen, in der zweimal jährlich vornehmlich Möbel, Gemälde und Teppiche im unteren Preisbereich angeboten werden.

Villa Grisebach Auktionen, Berlin Fasanenstraße 25 10719 Berlin Tel. (0 30)-88 59 15-0 Fax (0 30)-8 82 41 45 1986 gegründet, bildet die Kunst des 20. Jahrhunderts den Schwerpunkt im Geschäft der Villa Grisebach.

Das Auktionshaus hat seinen Namen nach dem Erbauer der Villa im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, in der es residiert. Gesellschafter sind heute der agile Bernd Schultz, der Dortmunder Galerist Wilfried Utermann und die Kunsthistorikerin Micaela Kapitzky. Villa Grisebach ist laut Zeitungsberichten das umsatzstärkste deutsche Auktionshaus.

Des Weiteren wird zeitgenössische Kunst versteigert und seit 1998 auch Fotografie. Jährlich gibt es zwei Auktionsstrecken.

Van Ham Kunstauktionen, Köln Schönhauser Straße 10-16 50968 Köln Tel. (02 21) 92 58 62-0 Fax (02 21) 92 58 62-4 1959 von Carola van Ham gegründet, hat sich van Ham in den 50 Jahren seines Bestehens zu einem Auktionshaus entwickelt, das neben den Großen der Branche bestehen kann. Persönlich haftender Gesellschafter ist seit 1996 ihr Sohn Markus Eisenbeis, 1997 war mit den 1,51 Millionen DM für ein Werk des Orientalisten Gustav Bauernfeind ein Rekordjahr für das Haus.

Im Frühjahr 2009 war das Gemälde "Drei Akte im Wald" von Ernst Ludwig Kirchner, verkauft für 1,1 Millionen Euro, ein maßgebliches Beispiel für den Umgang mit Restitutionsgut. Seit Herbst 2000 gibt es eine Fotografie-Abteilung. Im angegliederten Verlag Van Ham Art Publications erscheint das von Karl Bernhard Wohlert erarbeitete Werkverzeichnis von Karl Hofer.

Hauswedell & Nolte, Hamburg Pöseldorfer Weg 1 20148 Hamburg Tel. (0 40) 41 23 21 00 Fax (0 40) 4 12 32 10 10 Das Unternehmen, als Dr. Ernst Hauswedell & Co. 1935 gegründet, gehört heute Ernst Nolte und ist vor allem als Haus für Expressionismus etabliert. So wurde die Sammlung des Verlegers Salman Schocken mit Arbeiten von Käthe Kollwitz versteigert.

Historisch bedingt, kommt den Buchauktionen besondere Bedeutung zu. 2009 kam die Van-de- Velde-Sammlung von Ariane und John Dieter Brinks in die Auktion.

Kunst- und Auktionshaus W. G. Herr, Köln Friesenwall 35 50672 Köln Tel. (02 21) 25 45 48 Fax (02 21) 2 70 67 42 1982 von W. G. Herr eingerichtet, hat das engagierte Haus seit 2009 mit Jürgen Schops und Thomas Turowski neue Eigentümer. Hauptgebiet sind nach wie vor Jugendstil und Art déco. Es gibt zwei bis drei Auktionen pro Jahr.

Karl & Faber, München Amiraplatz 3 80333 München Tel. (0 89) 22 18 65 Fax (0 89) 2 28 33 50 1923 gegründet, firmiert das Haus seit 2003 als GmbH. Geschäftsführer ist Mitgesellschafter Rupert Keim. Louis Karl ist weiter als Berater und Versteigerer tätig. Karl & Faber ist auf Papierarbeiten spezialisiert, insbesondere bei der alten Kunst. Auf diesem Sektor werden regelmäßig hohe Preise erzielt.

Die Objekte sind außergewöhnlich gründlich bearbeitet. 2007 wurde erfolgreich die Grafiksammlung von Walter Bareiss versteigert. Rekord von 2007: Erich Heckels "Park von Dilborn II", 1914, für 670 000 Euro (ohne Aufgeld), Rekord von 2008: die Zeichnung "Die letzte Fahrt" von Jusepe de Ribera, die bei einer Schätzung von 1800 Euro für 105 000 Euro (ohne Aufgeld) zugeschlagen wurde.

Auktionshaus Kaupp, Schloss Sulzburg Schloss Sulzburg Hauptstraße 62 79295 Sulzburg Tel. (0 76 34) 50 38 0 Fax (0 76 34) 50 38 50 Karlheinz Kaupp begann 1991 in einem Ladengeschäft in Staufen bei Freiburg mit Antiquitäten zu handeln. 1994 wurde daraus ein Auktionshaus, das er zusammen mit Melanie Edelbruch führt. Seit 2004 ist Schloss Sulzburg, ein An wesen aus dem 16. Jahrhundert, Sitz des Hauses. Im Winter 2005 wurde eine Tischuhr von Michael Perchin (Fabergé) für netto 160 000 Euro verkauft, bald übertroffen von Carl Spitzwegs "Der Fliegenfänger" für 270 000 Euro. "Seitdem", sagt Inhaber Kaupp, "gab es keine Auktion ohne Spitzweg." Das Haus verauktioniert aber auch moderne Kunst, Skulpturen und Druckgrafik.

Highlights in der Frühjahrsauktion sind erneut Gemälde von Spitzweg, darunter "Jäger mit Mädchen" zum Limit von 130 000 Euro, und Wilhelm von Kobells "Die Hasenjagd" zum Limit von 80 000 Euro.

Ketterer Kunst, München und Hamburg Joseph-Wild-Straße 18 81829 München Tel. (0 89) 55 24 40 Fax (0 89) 55 24 41 66 1946 gründete Roman Norbert Ketterer das Stuttgarter Kunstkabinett, bald unterstützt von seinem Bruder Wolfgang. 1954 trennte man sich. Wolfgang Ketterer zog 1965 mit seiner Galerie nach München, 1989 kaufte er das traditionsreiche Hamburger Auktionshaus F. Dörling, in dem jährlich zwei Auktionen stattfinden. Ketterer war das erste Haus, das Jugendstil und afrikanische Kunst in Deutschland anbot.

Beide Sparten hat man inzwischen aufgegeben.

In München wurde 2008 ein großzügiges Haus in Riem bezogen.

Schwerpunkt ist der deutsche Expressionismus, doch widmet man sich auch Seitenwegen der Avantgarde.

Seit 1995 ist Robert Ketterer alleiniger Geschäftsführer von Ketterer Kunst. Höhepunkt der kommenden Auktionen: "Landschaft mit Sonnenblumen" von Gabriele Münter (1910, Schätzpreis 250 000-350 000 Euro) und ein Werk von Günther Uecker (Schätzpreis 200 000-300 000 Euro).

Kunsthaus Lempertz, Köln Neumarkt 3 50667 Köln Tel. (02 21) 92 57 29-0 Fax (02 21) 92 57 29-6 Gegründet 1845, seit 2000 einziges deutsches Mitglied der renommierten europäischen Gruppe International Auctioneers (IA), unterhält eine Dependance in Brüssel. Für die Auktion mit alter Kunst kündigt Lempertz u.a. Gemälden zwei Szenen aus der Ursula-Legende eines Kölnischen Meisters um 1456 sowie zwei Tafeln des Meisters der Heiligen Sippe an. Die Arbeiten stammen aus der Sammlung Walter Steinmetz. Bei der modernen Kunst herausragend sind Werke aus der Sammlung des ehemaligen Präsidenten der Hochschule für bildende Künste Hamburg, Carl Vogel, darunter ein Braunkreuz-Gemälde von Joseph Beuys (200 000 Euro) und die 82-teilige Arbeit "Hommage an den Vater" von Hanne Darboven.

Stark vertreten sind Objekte von Dieter Roth, darunter ein Schokoladen- Gartenzwerg, sowie Multiples von Joseph Beuys, ein Filzanzug und ein Schlitten von 1969.

Auktionshaus Mehlis, Plauen Hammerstraße 30 08523 Plauen Tel. (0 37 41) 22 10 05 Fax (0 37 41) 22 10 51 1996 von Jens Mehlis, einem Jugendstilsammler gegründet, hat sich das Haus rasch als gute Adresse etabliert. Mehlis versteigert jährlich viermal und hat vor allem mit Jugendstil, Art déco und angewandter Kunst des 20. Jahrhunderts Erfolg.

Nagel Auktionen, Stuttgart Neckarstraße 189-191 70190 Stuttgart Tel. (07 11) 6 49 69-0 Fax (07 11) 6 49 69-6 96 1922 gegründet, veranstaltete das Haus 1949 seine erste Nachkriegsauktion in Stuttgart und wurde bis 1990 von Gert K. Nagel, dem Sohn des Gründers, geleitet. 1990 übernahm Robin Ph. Straub die Geschäftsführung.

Er etablierte das Unternehmen auf den asiatischen Märkten, Höhepunkt war 2000 die Tek-Sing-Auktion mit 350 000 chinesischen Porzellanteilen, die aus einer gesunkenen Dschunke geborgen worden waren. Nach dem Unfalltod des erst 48-jährigen Straub im Dezember 2004 übernahm der langjährige Mitarbeiter Uwe Jourdan die Leitung. Nagel veranstaltet jährlich drei Kunst- und Antiquitätenauktionen und zwei Auktionen Moderne Kunst, Asiatische Kunst und Sammlerteppiche. Wissenswert:

Nagel verlangt ein ungewöhnlich hohes Aufgeld von 33 Prozent.

Neumeister Kunstauktionen, München Barerstraße 37 80799 München Tel. (0 89) 2 31 71 00 Fax (0 89) 23 17 10 55 1958 übernahmen Rudolf und Christa Neumeister das Auktionshaus Weinmüller. 1960 versteigerte Neumeister den Nachlass des renommierten Münchner Kunsthändlers Otto Bernheimer und schaffte damit den Durchbruch. 2008 wurde Neumeisters Tochter Katrin Stoll Inhaberin des Hauses. Neumeister hat Anfang 2009 einen Auftrag zur Erforschung der Geschichte seines Vorgängers während der NS-Zeit vergeben - einzigartig in der deutschen Auktionslandschaft. Mit dem gemeinsam von Neumeister und dem Münchner Zentralinstitut für Kunstgeschichte initiierten Projekt wurde die Kunsthistorikerin Meike Hopp betraut (E-Mail: info@ weinmueller-provenienzforschung. de). Das Haus Neumeister bemüht sich verstärkt um Design und auch Vintage-Mode, hat aber einen besonderen Ruf für Gemälde des 19.

Jahrhunderts. Jährlich werden rund 15 Auktionen veranstaltet.

Ursula Nusser Auktionshaus, München Nordendstraße 46-48 80801 München Tel. (0 89) 2 78 25 10 Fax (0 89) 27 82 51 50 1984 gegründet, hat sich das Unternehmen über München hin- aus zu einer festen Größe entwickelt.

Einlieferungen aus gehobenen Haushalten, deutschen Adelsfamilien und Nachlässen (Verleger Kurt Desch, Bundeskanzler Ludwig Erhard) sorgen für steten Zustrom an Ware, die in zehn jährlichen Auktionen angeboten wird. Dabei ist das Haus immer für Überraschungen gut. So erzielten im September letzten Jahres zwei Brüsseler Tapisserien vom Ende des 17. Jahrhunderts aus der Manufaktur Jan Frans van den Hecke bei Schätzpreisen von je 10 000 Euro den für deutsche Verhältnisse sensationellen Höchstpreis von zusammen 200 000 Euro.

Jeschke - Van Vliet, Buch- und Kunstauktionen, Berlin Schützenstraße 39 10117 Berlin Tel. (0 30) 22 66 77 00 Fax (0 30) 22 66 77 01 99 Das Unternehmen wurde 1990 zunächst als Haus für Buchauktionen gegründet, bald wurde jedoch auch Kunst und Künstlergrafik ins Angebot übernommen.

Ruef Kunstauktionen, München Gabelsbergerstraße 28 80333 München Tel. (0 89) 52 40 84 Fax (0 89) 5 23 69 36 Das 1844 gegründete Haus veranstaltet pro Jahr vier Auktionen in den Bereichen Antiquitäten, Alte und Moderne Kunst und Asiatika.

Besonderheit: Die Katalogpreise sind Limitpreise.

Dietrich Schneider-Henn, München Galeriestraße 2b 80539 München Tel: (0 89) 29 71 99 Fax (0 89) 2 90 45 15 Dietrich Schneider-Henn versteigert Kunstliteratur und Kunst sowie Fotografie, auf diesem Sektor zählt das 1986 gegründete Haus zu den Pionieren.

Die Kataloge sind besonders gründlich erarbeitet.

Venator & Hanstein Buch- und Graphikauktionen, Köln Cäcilienstraße 48 50667 Köln Tel. (02 21) 2 57 54 19 Fax (02 21) 2 57 55 26 Die Geschichte des Hauses geht in die dreißiger Jahre zurück. 1946 fand bereits die erste Nachkriegsversteigerung statt. Rolf Venator leitete die Firma, die seit 1953 verschiedentlich ihren Namen änderte.

1984 trat Henrik Hanstein, Inhaber des Auktionshauses Lempertz, als Teilhaber ein. Die Versteigerung der Bibliothek der Fürsten Starhemberg war 1956 ein besonderer Erfolg, ebenso der Verkauf der Hermann- Hesse-Sammlung Bodmer 1973.

Auktionshaus Wendl, Rudolstadt August-Bebel-Straße 4 07407 Rudolstadt Tel. (0 36 72) 42 43 50 Fax (0 36 72) 41 22 96 Im Juni 1991 gegründet, hat sich Wendl zu einem der großen Häuser in den neuen Bundesländern entwickelt.

Jährlich gibt es drei Auktionen mit einem gemischten Angebot, in dem besonders Objekte des Jugendstils bemerkenswert sind.

Kunstantiquariat Winterberg, Heidelberg Hildastraße 12 69115 Heildelberg Tel. (0 62 21) 91 59 90 Fax (0 62 21) 9 15 99 29 1970 von Arno Winterberg gegründet, wird das Unternehmen seit 1993 von Thilo Winterberg geführt.

Auktionen finden im Frühjahr und im Herbst statt. Winterberg bietet vor allem Gemälde, Grafik und illustrierte Bücher an, aber auch Skulpturen und Bronzen. Das Haus hat eine Repräsentanz in München. Thilo Winterberg ist seit 2004 Präsident des Bundesverbandes deutscher Kunstversteigerer (BDK), in dem 36 Häuser zusammengeschlossen sind.

Quittenbaum Kunstauktionen, München Theresienstraße 60 80333 München Tel. (0 89) 2 73 70 21 25 Fax (0 89) 2 73 70 21 22 Askan Quittenbaum, der zuvor mit seiner Mutter Ellen Piper in Hamburg einen Kunsthandel betrieb, gründete sein Auktionshaus 1998.

Es ist auf Jugendstil, Art déco und Modernes Design spezialisiert. In vier Auktionen pro Jahr bietet Quittenbaum rund 4000 Objekte an, zusätzlich werden afrikanische Kunst und Muranoglas versteigert. ÖSTERREICH Dorotheum, Wien Dorotheergasse 17 A-1010 Wien, Tel. (00 43/1) 5 15 60-0 Fax (00 43/1) 5 15 60-4 43 1707 von Kaiser Joseph I. gegründet, ist das Wiener Dorotheum eines der ältesten Auktionshäuser der Welt. 80 Jahre nach der Gründung als "Versatz- und Fragamtes zu Wien" erfolgte die Übersiedlung in das ehemalige Dorotheerkloster, auf dessen Gelände sich das heutige Palais Dorotheum, der Stammsitz, befindet. Zweigstellen gibt es u.a. in Salzburg, Innsbruck und München.

Geschäftsführer sind Martin Böhm und Lucas Tinzl. Angeboten werden Antiquitäten, aber auch Juwelen und Kraftfahrzeuge. Zusammen mit dem Internetmarktplatz ricardo.at gibt es auch Online-Auktionen. im Kinsky Kunst Auktionen, Wien Freyung 4 A-1010 Wien Tel. (00 43/1) 5 32 42 00 Fax (00 43/1) 5 32 49 00 Im Dezember 1992 als Wiener Kunst Auktionen gegründet, hat das Haus seinen heutigen Namen nach dem barocken Palais Kinsky, in dem es seit 1999 seinen Firmensitz hat. Mit Egon Schieles "Mädchen" von 1917 erzielte das Unternehmen mit 3,56 Millionen Euro den noch heute gültigen höchsten je in Österreich für ein Kunstwerk erzielten Preis. Weitere Höchstwerte erreichten Egon Schieles "Ansicht von Krumau" mit 1,2 Millionen Euro, Ferdinand Georg Waldmüllers "Das Ende der Schulstunde" mit 1,06 Millionen Euro und Gustav Klimts "Helene" mit 1,04 Millionen Euro. Neben Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts werden auch Werke des (vor allem Wiener)

Jugendstils und Glas angeboten.

SCHWEIZ Galerie Fischer Auktionen, Luzern Haldenstraße 19 CH - 6006 Luzern Tel. (00 41 41) 4 18 10 10 Fax (00 41 41) 4 18 10 80 Das älteste Auktionshaus der Schweiz wurde 1907 von dem Antiquar Theodor Fischer gegründet.

Das Haus bietet heute hauptsächlich Gemälde Alter Meister, moderne Kunst, Möbel, Silber, Schmuck sowie antike Waffen und Militaria an.

Koller Auktionen, Zürich Hardturmstraße 102 CH-8031 Zürich Tel. (00 41/44) 4 45 63 63 Fax (00 41/44) 2 73 19 66 1958 gegründet, veranstaltete Pierre Koller seine erste Auktion zwei Jahre später. Seit 1998 wird das Haus von Cyril Koller, dem ältesten Sohn des Firmengründers geführt. Es gilt als das führende Auktionshaus der Schweiz mit weitem Angebotsspektrum.

Highlight der Dezember- Auktion war mit drei Millionen Sfr (inkl. Aufgeld) Albert Ankers "Strickendes Mädchen" von 1888.

Galerie Kornfeld, Bern Laupenstraße 41 CH-3008 Bern Tel. (00 41/31) 3 81 46 73 Fax (00 41/31) 3 82 18 91 Die Galerie Kornfeld, die aus dem 1864 in Stuttgart gegründeten Kunsthandel H. G. Gutekunst hervorging, gilt als das bedeutendste Auktionshaus der Schweiz im Bereich der Klassischen Moderne sowie Grafik und Handzeichnungen Alter Meister. Auktionsschwerpunkt ist jeweils der Juni. Die sehr guten Ergebnisse, die Kornfeld regelmäßig erzielt, gehen auch darauf zurück, dass das Haus nur ein Aufgeld von 15 Prozent (bzw. zehn Prozent bei Erlösen ab 40 000 Sfr) verlangt.

Den höchsten Zuschlag im Juni 2009 erzielte mit 800 000 Sfr das Ölbild "Vue d' Honfleur, le soir" von Félix Vallotton aus dem Jahr 1912.

Für die kommende Auktion wird u.a. Alberto Giacomettis Porträt von Patricia Matisse (1947, Schätzpreis 1,5 bis zwei Millionen Sfr) und ein "Stehender weiblicher Akt" von Egon Schiele (1910, Schätzpreis 600 000-800 000 Sfr) angekündigt.

Auktionen im Internet Die Internet-Portale www.artprice.com und www.artnet.de bieten regelmäßig Online-Auktionen. Mitglieder können dort auch internationale Auktionspreis-Datenbanken nutzen.

Zusammengestellt von Joachim Hauschild, Ulrike von Sobbe und Ute Thon

Bildunterschrift:

Seit über 300 Jahren werden im Wiener Auktionshaus Dorotheum Versteigerungen durchgeführt

Van Ham:

Verwandlungstisch von David Roentgen (um 1785), Schätzpreis 60 000- 80 000 Euro

Altenburg: Fotografie von Jens Rötzsch, "Pfingsttreffen der FDJ in Ost- Berlin" (1989, Farb-Handabzug, 50 x 50 cm), Schätzpreis 1300 Euro

Kaupp:

Wilhelm von Kobell, "Die Hasenjagd", (um 1788/ 89,Öl auf Leinwand, 69 x 102 cm), Limit 80 000 Euro

Karl & Faber: Albrecht Dürer, "Hieronymus im Gehäuse" (1514, Kupferstich auf Bütten, 24,5 x 18,8 cm), Schätzpreis 15 000-20 000 Euro

Lempertz: Joseph Beuys, "Schlitten" (1969, Ex.29, 35 x 90 x 35 cm), Schätzpreis 40 000- 60 000 Euro

Quittenbaum:

Ginbande Design, "Tabula Rasa", (um 1987, 77x 90/475 x 125 cm), Schätzpreis 25 000- 30 000 Euro

Fischer: Jean Dubuffet, "Gegend mit zwei Figuren" (1981, Acryl auf Papier, auf Leinwand, 67 x 50 cm), Schätzpreis 130 000-180 000 Euro/200 000-300 000 Sfr

Dorotheum: Paula Modersohn-Becker, "Sitzendes Mädchen mit Strohhut und Kind auf dem Schoß" (1904, Tempera auf Pappe, 74 x 58 cm), Schätzpreis 170 000-220 000 Euro