Ausgabe: 05 / 2010
Seite: 118

Der Raffael des Papstes

Von Susanne Altmann

INTERVIEW Der Leipziger Maler Michael Triegel, 41, porträtiert Papst Benedikt XVI.

Ihre Begegnung mit dem Papst war kurz. Er nannte Sie seinen "Raffael".

Doch reicht das für ein Porträt?

Während einer Generalaudienz im Vatikan konnte ich ihn anderthalb Stunden skizzieren und fotografieren.

Bei dem großen Abstand kann man zwar keine Dürerzeichnung machen, aber ich habe den Menschen im Raum gesehen, seine Augen und Gesten.

Aus dem Material werde ich schöpfen.

Wie soll das Porträt aussehen?

Eine sitzende Halbfigur fände ich ideal und nähere mich damit auch dem historischen Topos des Papstporträts von Raffael oder Diego Velázquez. Es soll ein schlichtes Bild werden, ohne große ikonografische Zutaten. Der Mensch Benedikt steht im Zentrum.

Sind Sie gläubig?

Diese Frage stellt nur die Presse. Kirchenmänner haben gesagt, ich wäre ein tief religiöser Mensch. Das bewiese meine ständige Beschäftigung mit diesen Themen.

Bildunterschrift:

Michael Triegel in seinem Leipziger Atelier vor einem ersten Entwurf für ein Porträt von Papst Benedikt XVI.