Ausgabe: 04 / 2010
Seite: 117

"Ein Format, das sehr gut zu Berlin passt"

Von

Galeristin Esther Schipper über den Erfolg des Berliner Gallery Weekend:

Welche Idee stand hinter dem ersten Gallery Weekend im Jahr 2005?

Am Anfang stand das Berlin-Paradox:

Hier finden interessante Ausstellungen statt, die Künstler leben hier, das mediale Augenmerk liegt auf der Stadt, aber von der Stadt selber kann man als Galerist letztendlich nicht leben. Die Idee war: Wir bringen die Leute wieder da hin, wo wir eigentlich arbeiten - in die Galerien. Wir wollten einfach weg vom Bild des Galeristen als ambulantem Verkäufer.

Und heute?

Da ist das Gallery Weekend eine feste Größe. Ein Format, das sehr zu Berlin passt: Man kann sich in den Galerien aufhalten, auch wenn man sich nur informieren will und um zu gucken. International treffe ich viele Leute, die einmal im Jahr nach Berlin kommen, am liebsten zum Gallery Weekend.

Vergangenes Jahr gab es ein VIP-Programm mit Führungen durch Wohnungen von Sammlern und Galerien. Warum verzichtet man diesmal darauf?

Das Hauptziel ist, dass die Leute zu uns in die Galerien kommen und sich die Kunst ansehen. Die meisten Galerien bieten zu diesem Zeitpunkt wirklich außergewöhnliche Ausstellungen. Da ist es wie beim Kochen: Wenn die Grundsubstanzen von hervorragender Qualität sind, läuft man Gefahr, mit zu viel Soße das ganze Gericht zur Unkenntlichkeit zu verderben.

Bildunterschrift:

Berliner Galeristin Esther Schipper