Ausgabe: 04 / 2010
Seite: 101
Konzepte
Von
VORSCHAU Gillicks Venedig-Beitrag und ein Überblick über sein Werk
Liam Gillick Bundeskunsthalle Bonn, 1.4.-8.8.2010
Schon allein die Tatsache, dass Deutschland zur Venedig-Biennale 2009 von Liam Gillick, einem Engländer, vertreten wurde, sorgte für Aufruhr. Seine Installation, bestehend aus dem Nachbau einer "Frankfurter Küche" von 1920 und einer ausgestopften, monologisierenden Katze, wurde kritisch gesehen. Die "Zeit" etwa urteilte "eher harmlos", die "Süddeutsche" befand "zu bieder", "zu eigenschaftslos", und die "Welt" "ein bisschen wirr und irr". Wer die Biennale nicht besucht hat, kann sich jetzt in der Bonner Bundeskunsthalle selbst ein Bild machen: Denn die Biennale-Installation ist Teil der Einzelausstellung des britischen Konzept- und Installationskünstlers.
Eine "poetisch anmutende Text-Wandarbeit" so die Ankündigung, zitiert alle Werke, in denen Gillick mit Texten gearbeitet hat. Dazu gibt es in chronologischer Abfolge einen Überblick über seine Installationen von den frühen " McNamara Papers", in denen ein Tapeziertisch die Hauptrolle spielt, bis zum Biennale-Beitrag. P. B.
Bildunterschrift:
"1983" (2004, 100 x 100 x 100 cm)
