Ausgabe: 04 / 2010
Seite: 105
Die Giraffen des Punkers
Von Adrienne Braun
VORSCHAU Der deutsche Künstler Stefan Müller erforscht, was die Malerei heutzutage noch bedeutet
Stefan Müller. Hang zur Neigung Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, 27.3.-24.5.2010
Es sind nicht mehr als blaue, braune und grüne Flecken - und doch erkennt man sofort: Das sind Giraffen. Stefan Müller, Jahrgang 1971, will wie viele seiner Generation, herausfinden, was die Malerei heute noch bedeutet. Die Kunsthalle zeigt nun die Ergebnisse in seiner ersten institutionellen Gesamtschau (Katalog: Distanz Verlag, 29,90 Euro, im Buchhandel 39,90 Euro), angefangen im Jahr 2000, als Müller noch nah am Gegenstand war und die ersten Giraffenhälse entstanden. Müller spielte damals in einer Punkband und malte mit Vorliebe Schlagzeuge, die aber nur noch aus wenigen Strichen und Kreisen bestehen. Ihm geht es immer um Gegenstand und Abstraktion. So zeigen seine jüngeren Werke oft nur noch zarte Farbflecken auf der Leinwand, Anklänge an chemische Formeln oder Kreise, so unauffällig wie die Ränder, die Gläser auf dem Tisch hinterlassen.
Bildunterschrift:
"I'm against it" (2000, 80 x 100 cm)
