Ausgabe: 03 / 2010
Seite: 90
Zufallskonzerte
Von Heinz Peter Schwerfel
VORSCHAU Musikalische Installationen des preisgekrönten Franzosen
Singvögel spielen elektrische Gitarre, schwimmendes Porzellan klimpert Zufallsmelodien:
Nicht mit Sinnestäuschungen, sondern Sinnesstörungen arbeitet der 1961 in Nizza geborene Céleste Boursier-Mougenot.
Ausgebildet als Musiker, verwandelt der Südfranzose Museen in Konzertsäle des Zufalls. So ließen sich für "from here to ear" mehrere Dutzend Zebrafinken krachend auf den Saiten von Rockgitarren nieder, oder der Künstler baute Schwimmbecken, auf deren Wellen schaukelndes, leichtes Porzellangeschirr glaszarte Klänge produzierte. In den Rauminstallationen von Boursier-Mougenot geht es um musikalisches Sehen und visuelle Musik. Für das Maison Rouge inszeniert er als Reaktion auf eine zeitgleich stattfindende Ausstellung mit Plattencovern unter anderem einen spielerischen Abgesang auf die Schallplatte, indem er 13 Plattenspieler mitsamt LP in Gips modelliert und mit funktionierenden Tonabnehmern versieht. Parallel wird in der Barbican Art Gallery in London eine neue Auftragsarbeit gezeigt.
Céleste Boursier-Mougenot Maison Rouge, Paris, 19.2.-16.5.2010 Barbican Art Gallery, London, 27.2.-23.5.2010
Bildunterschrift:
Finken als Musiker: "from here to ear" (2009)
