Ausgabe: 02 / 2010
Seite: 114

PERSONALIEN

Von

Er war ein streitbarer Mann und einer der bedeutendsten zeitgenössischen Bildhauer Österreichs:

Alfred Hrdlicka schaffte es, mit seiner Kunst im öffentlichen Raum heftige Diskussionen zu entflammen: Das war so bei dem Fragment gebliebenen "Gegendenkmal" zum "Ehrenmal für die Gefallenen" am Hamburger Dammtorbahnhof, beim "Renner-Denkmal" an der Wiener Ringstraße und auch beim "Mahnmal gegen Krieg und Faschismus" am Wiener Albertinaplatz. Immer wieder setzte sich der 1928 als Sohn eines kommunistischen Gewerkschaftsfunktionärs geborenen Hrdlicka in seinen Skulpturen sowie in seinen Zeichnungen und Grafiken mit Krieg, Gewalt und Faschismus auseinander. Er war ein sensibler Berserker, der es liebte, auf den Stein einzudreschen. Dann "ist man am Abend müd.

Des g'fallt mer!". Mit 81 Jahren ist Alfred Hrdlicka jetzt in seiner Heimatstadt Wien gestorben. | Die Organisation der Documenta 13 in Kassel (2012) hat Zuwachs bekommen:

Christine Litz ist Projektleiterin und verantwortlich für die Umsetzung der Ideen, die die künstlerische Leiterin, Carolyn Christov-Barkagiev, und ihr kuratorisches Team entwickeln. Die Kunsthistorikerin wurde als Projektleiterin der "Skulptur Projekte Münster 2007" bekannt. | Richard Wright heißt der Überraschungssieger des Turner-Preis- Wettbewerbs 2009. Der 49-Jährige britische Künstler erhielt die begehrte Auszeichnung, verbunden mit einem Check in Höhe von 25 000 Pfund (27 700 Euro) unter anderem für sein riesiges Wandgemälde aus Goldblättern, das wie alle seine Werke nach der Turner-Preis-Ausstellung in der Tate Britain in London wieder übermalt wurde. | Klaas Ruitenbeek ist neuer Direktor des Museums für Asiatische Kunst in Berlin. Der 58-jährige Kunsthistoriker, der die Nachfolge von Willibald Veit antritt, hat zuletzt am Royal Ontario Museum in Toronto gearbeitet. | Die Farbe Rot, stark und leuchtend, war sein Manifest. Für Rupprecht Geiger bedeutete sie "Kraft und Wärme, Macht und Energie, Leben und Liebe". Der Münchner Maler gehörte zu den bedeutendsten Vertretern der abstrakten Malerei in Deutschland. Für die Selbstständigkeit der Farbe im Kunstwerk hat der viermalige Documenta-Teilnehmer sein Künstlerleben lang gekämpft. Im Alter von 101 Jahren ist Rupprecht Geiger jetzt in seiner Heimatstadt gestorben.