Ausgabe: 02 / 2010
Seite: 110

"Die Galeristen haben uns sehr unterstützt"

Von Claudia Bodin

Der New Yorker Künstler Ryan McGinness, 38, hielt eine Auktion in seinem Atelier ab, bei der Arbeiten von Künstlerfreunden wie Erik Parker, Eve Sussman und Spencer Tunick im Wert von 51 300 Dollar unter den Hammer kamen. Das Geld floss direkt an die Künstler, die üblichen Provisionen wurden nicht kassiert.

War Ihre Versteigerung eine Kritik an den New Yorker Herbstauktionen?

Die Aktion fand im Rahmen meiner 50 Partys statt, bei der wir 50 Wochen lang jeden Freitag eine Feier in meinem Atelier veranstalten. Ohne Sponsoren, ohne Hintergedanken. Einfach, damit Künstler und Kunstinteressierte zusammenkommen können.

Die Galeristen haben uns da sehr unterstützt.

Veranstaltungen wie diese gibt es nicht mehr viele in Manhattan, meist dreht es sich darum, dass irgendein Designerwodka vorgestellt wird.

Ich wollte die alte Idee des Ateliers als Ort des Austausches wiederbeleben.

Künstler wie Damien Hirst oder Takashi Murakami haben den Begriff Factory wörtlich genommen und Fertigungsstätten für Kunst geschaffen, wo all dies nicht mehr stattfindet. Mir gefällt Andy Warhols Factory-Idee.

Warum eine Auktion als Party-Motto?

Mit klassischen Auktionen unterstützt man keine Künstler. Mir scheint es, als ob manche Sammler da etwas durcheinander bringen und nicht wirklich verstehen, dass sie bei Versteigerungen letztlich nur den Kunstmarkt unterstützen.

Um dabei zu sein, braucht man nur Geld zu haben. Das Ganze hat nichts damit zu tun, für eine Arbeit ein gutes Zuhause zu finden oder die Kultur zu wahren. Es wäre schön, wenn Sammler und Künstler stärker verbunden wären.

Bildunterschrift:

Künstler Ryan McGinness