Ausgabe: 02 / 2010
Seite: 113

Brad tut Gutes

Von Till Briegleb

Filmstar Brad Pitt lässt "grüne" Häuser in New Orleans bauen

KOLUMNE: AUSSER HAUS

Filmstars, die plötzlich ihr Herz für die Armen und Elenden entdecken, haben immer etwas von Prada in Dafur. Wo die Linie der Heuchelei zwischen Selbstmarketing und echtem Einsatz verläuft, ist schwer zu beurteilen. Aber die Initiative "Make It Right", die Brad Pitt vor genau zwei Jahren in New Orleans gegründet hat, scheint eine löbliche Ausnahme zu sein. Dort, wo der Wirbelsturm Katrina die größte Zerstörung in der Stadt hinterlassen hat, in den Bezirken der Armen der Lower Ninth Ward, versprach Pitt, 150 neue Häuser zu bauen, die nicht nur flutsicher, sondern auch ökologisch vorbildlich und ästhetisch besonders sind. Mit seinem Prominentenbonus hat er Architekten von Shigeru Ban bis MVRDV zum Mitmachen bewegt und Millionen Dollar an Spenden eingetrieben. Heute sind 14 "grüne" Stelzenhäuser bezogen, 19 in Bau oder Planung, alles Variationen über das typische hölzerne Verandahaus Louisianas.

Und Pitt, der in der begleitenden Publikation "Architecture in Times of Need" politisch scharf mit George W. Bushs Politik für die Reichen ins Gericht geht, zeigt, wie Glamour gesellschaftlich nützlich sein kann: im Bekenntnis zur politischen Wirklichkeit.

Bildunterschrift: art-Autor

Stelzenhaus in New Orleans von Billes