Ausgabe: 01 / 2010
Seite: 104
Chagall und die toten Seelen
Von Adrienne Braun
VORSCHAU Die Schau will zwei vernachlässigte Seiten im Werk des Franzosen aufzeigen
Marc Chagall Saarlandmuseum, Saarbrücken, 19.12.-28.2.2010
Wenn auf den Bildern von Marc Chagall Figuren durch die Lüfte fliegen, wird das häufig auf russische Volkskunst und Märchen zurückgeführt. "Aber mit surrealistischen Einflüssen", meint Ralph Melcher, "wird das meist nicht in Verbindung gebracht." Der Direktor des Saarlandmuseums will nun zwei vernachlässigte Seiten des Malers verbinden: "Chagall surréaliste" und "Chagall littéraire". Der Künstler habe in engem Kontakt zu den Surrealisten gestanden und außerdem zahlreiche Bücher illustriert - wie Nikolai Gogols Roman "Tote Seelen". Das Saarlandmuseum besitzt mehr als 500 Arbeiten auf Papier von Chagall.
Diese Erstausgaben, lithografischen Serien und Mappen bilden den Grundstock der Schau. Es habe in jüngerer Zeit genug Chagall- Retrospektiven gegeben, meint Melcher, "wir versuchen, uns auf die literarischen Folgen zu konzentrieren".
Weitere Bilder der Ausstellung finden Sie unter: www.art-magazin.de/chagall
Bildunterschrift:
Chagalls "Der Lustgarten" (Detail) aus dem Zyklus "Daphnis und Chloe" (1958/61) von Longus
