Ausgabe: 01 / 2010
Seite: 62-67
Und übermorgen?
Von Alain Bieber, Matthias Gephart
Ein Jahrzehnt geht zu Ende: Wie entwickelt sich der Kunstmarkt weiter? Wo werden wir leben? Welche Trends gibt es im Design? Und wie wird sich die Kunst verändern? Acht Experten über ihre Visionen und Prognosen für die Zukunft
STADTPLANUNG "Alles wird grüner: unsere Kühlschränke, Autos und Sommerferien." Friedrich von Borries, Professor für Designtheorie an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg Es gibt Dinge in den nächsten Dekaden, auf die wir uns freuen können: Alles wird grüner werden, unsere Kühlschränke, unsere Autos, unsere Sommerferien. Und natürlich auch die Häuser und Städte.
Vertikale Grünfassaden werden das Gesicht der Städte bereichern, auch viele Bäume werden gepflanzt, um die Folgen des Klimawandels lokal abzufedern. Die Landwirtschaft wird in die Städte ziehen - als Lifestyle-Element der urbanen Lohas- Mittelschichten ("Lohas" steht für Lifestyle of Health and Sustainability, einen gesundheits- und umweltbewussten Lebensstil).
New York, London, Paris und Berlin werden großflächige autofreie Zonen einrichten, und der öffentliche Personennahverkehr wird in den Innenstädten kostenlose Fahrradstationen zum Erkunden der Städte anbieten. Aber - und das ist die eher beunruhigende Perspektive - nicht alle Gegenden der Welt werden sich in dieser Weise entwickeln. Den Luxus von grenzenlosem Konsum bei gleichzeitig ökologisch-beruhigtem Gewissen können sich nicht alle leisten. Die Schere zwischen Arm und Reich wird weiter aufgehen, global wie lokal. In den ärmeren Ländern werden die Städte nicht grüner, sondern dichter, dreckiger und gewalttätiger. Die Freiheiten der hedonistischen Demokratien werden nicht nur am Hindukusch verteidigt werden müssen, sondern überall, wo wichtige Rohstoffe dem "freien" Markt entzogen werden sollen. Rohstoffkriege überlagern ideologische und kulturelle Konflikte, die globalen Flüchtlingsströme werden zunehmen. Segregation wird zur umfassenden Raumpolitik - urban wie global. Und auch wenn wir weiterhin versuchen werden, unsere Wohlstandsinseln vor der globalen Armut abzuschirmen, wird sich auch bei uns die soziale Ungleichheit verstärken. Die hedonistischen Demokratien generieren Unfreiheit - an denen ihre eigene Freiheit zu Grunde geht.
KUNSTMARKT "Weniger arbeiten für mehr Geld!" Isabelle Graw, Professorin für Kunsttheorie an der Städelschule Frankfurt Visionen tragen zumeist - bei George Orwell angefangen - apokalyptische Züge. Die Zukunft wird in düsteren Farben geschildert, Schreckens- und Untergangszenarien werden heraufbeschworen.
Für die Kunstwelt der nächsten Dekade ist ein solches Szenario leicht zu haben. Man muss sich nur eine Zukunft ausmalen, in der die Vereinzelung und Entsolidarisierung unter den Mitgliedern der Kunstwelt noch weiter voranschreitet, sämtliche Freundschaften und Beziehungen instrumentell funktionieren und noch jeder Aspekt des Lebens dem unbarmherzigen Optimierungsimperativ des Marktes unterworfen wird. Für ein solches Szenario, in dem jeder auf sich selbst zurückgeworfen ist, sein ganzes Leben zu Markte trägt und mit anderen nur im Sinne des Kooperationsimperativs zusammenarbeitet, gibt es jetzt schon deutliche Anzeichen. Der Kunstbetrieb stellt schließlich den Prototyp einer Wettbewerbsgesellschaft dar, in der das Prinzip "soziale Gerechtigkeit" traditionell eher unterentwickelt ist. Mit zunehmender Individualisierung und Isolierung der Beteiligten könnte aber auch eine Gegenbewegung einsetzen, die sich verstärkt für gemeinschaftliche Utopien in Form von Künstlergruppen oder Kollektiven interessiert.
Im Moment ist es zum Beispiel das Modell "Landkommune", das sich in der radikalen Linken einer gewissen Beliebtheit erfreut, wie dem Pamphlet "The Coming Insurrection" des anarchistischen Kollektivs "The Invisible Committee" aus Frankreich zu entnehmen ist. In den nächsten Jahren werden alternative Lebensformen auch im Kunstbetrieb ein Revival erleben. Wie sieht jedoch die Zukunft des Kunstmarkts aus? Die Konsequenzen, die sich aus der Erschütterung des Glaubens an den Marktwert der Kunst im Zuge von Weltwirtschaftskrise und Einbruch des Kunstmarkts ergeben, sind in ihrem Ausmaß noch gar nicht erfasst.
Wer meint, die Sache sei ausgestanden und dabei wie zum Beleg triumphierend auf die letzten Auktionsergebnisse im Sinne eines "business as usual" verweist, irrt gewaltig. Bei genauerer Betrachtung sind es nämlich nur jene Kunstwerke, die zu Meisterwerken stilisiert wurden und dabei nicht zu konzeptuell oder intellektuell herausfordernd sein dürfen, die sich nach wie vor gut verkaufen. Recht eindringlich hat dies die Herbstauktion bei Christie's gezeigt, wo ein Bild von Peter Doig, der aus meiner Sicht vormoderne und eigentlich indiskutable Bilder malt, ein astronomisches Ergebnis erzielte, wohingegen ein fantastisches Bild von Andy Warhol, sein "Tunafish Disaster" (1963), zurückging und dies mit der Begründung, dass diese Arbeit zu "sophisticated" und intellektuell sei. Obwohl es Marktwerte in der Kunst ohne die Annahme von symbolischer Bedeutung nicht geben kann, setzt sich der Marktwert doch immer wieder über den Symbolwert hinweg. Dennoch werden wir im kommenden Jahrzehnt das "Zeitalter der Kritik" (Kant) erleben, was auch Folge der Implantierung einer Wissensgesellschaft ist, wo Wissen und Kritik wieder hoch im Kurs stehen. Zudem sind es Kritiker, die dem Kunstwerk zu symbolischer Bedeutung und Glaubwürdigkeit verhelfen, was in Zeiten einer Vertrauenskrise wichtiger denn je ist. Gleichwohl wird es bei der schlechten Bezahlung ihrer Arbeit bleiben. Und sie werden sich auch weiterhin auf niedrige Honorare einlassen müssen, weil sonst andere für sie einspringen.
Erschwerend kommt hinzu, dass auch in einer Wissensgesellschaft der Celebrity- Imperativ regiert - man muss sich präsentieren, leibhaftig anwesend sein, für seine Ideen körperlich einstehen. Deshalb werden Kritiker auch in Zukunft für wenig Geld auftreten. Mein Motto für die nächsten Jahre lautet entsprechend anti-zyklisch:
Weniger arbeiten für mehr Geld!
Gerade weil dieses Ziel so unerreichbar und illusorisch ist, sollte man es nicht aus den Augen verlieren.
MUSEUMSPOLITIK "Museen brauchen eine Kultur der Erinnerung" Chris Dercon, Direktor des Hauses der Kunst in München Unsere Museen für zeitgenössische Kunst sind, mit wenigen Ausnahmen, Klone. Ihre Inhalte sind austauschbar, überall trifft man auf die gleichen Künstler und undifferenzierten Werke. Die meisten Sammlungen, ob nun öffentlich oder privat, werden als Fragmente von Kultur verstanden: Man zeigt eine kleine Auswahl von einem großen Ganzen. Und jedes Werk im Museum ist zu einem Muster geworden, einem Beweisstück. Dies hat durch die zahlreichen neuen Privatmuseen, die vor allem zur Welt der Medien, Hochglanzmagazine und totalen Designkultur gehören, weiter zugenommen. Vielleicht wird in Zukunft weder echte Substanz noch ein historisches Bezugssystem ein essenzieller Teil unserer kulturellen Praxis oder eines künstlerischen Inhalts sein. Ich glaube jedoch, dass das Museum nicht nur teilt und herrscht, präsentiert und bewahrt, sondern eines von vielen Umfeldern eines größeren musealen Projekts geworden ist. Man denke nur einmal an all die unzähligen, regionalen Biennalen, die Rankings der mächtigsten Menschen des Kunstbetriebs oder die ambitionierten Kunstlexika kommerzieller Anbieter. Museen sind heute mit einem Phänomen konfrontiert, das weitreichende Konsequenzen für ihre Ausstellungen und Sammlungspolitik hat. Vieles der aktuellen Kunstproduktion, bereits seit Land Art und Konzeptkunst, kann nicht erworben, konserviert und in Museen aufbewahrt werden - zumindest nicht auf herkömmliche Weise. Deshalb brauchen wir auch eine Museumsarchitektur mit einer dauerhaften Funktion. Die meisten erhitzten Debatten über die Zukunft der Kunst und des Kunstmuseums fragen meist nur danach, wie bereits existierende Disziplinen und Institute auf die neuen finanziellen, sozialen und technologischen Verhältnisse reagieren sollten. Die Beteiligten lehnen es aber ab, völlig umzudenken.
Natürlich verfügen viele Privatsammler über deutlich mehr finanzielle Ressourcen als öffentliche Einrichtungen.
Aber anders als die Privatsammler, können öffentliche Einrichtungen nicht plötzlich aufhören, sich mit ihrem kulturellen Erbe und ihrer Geschichte zu beschäftigen. Öffentliche Einrichtungen sind das Heilmittel gegen und keine Erweiterung für das Privatmuseum. Was Museen der Zukunft wirklich brauchen, ist eine Kultur der Erinnerung und Vermittlung - keine Fragmente von Kultur.
AUKTIONSHÄUSER "Künstler erreichen ihren Durchbruch zuerst im Internet" Simon de Pury, Leiter des Auktionshauses Phillips de Pury & Company Die Globalisierung des Kunstmarks wird weiter rasant voranschreiten und schon bald wird der Markt nicht mehr von Kunst aus Europa und den USA dominiert werden. Nach der chinesischen und indischen Welle kam die Kunst aus dem Mittleren Osten und Iran, danach die Kunst aus Lateinamerika. In Zukunft werden vor allem die russische und afrikanische Kunstszene zu mehr internationaler Geltung kommen und an Bedeutung für den Kunstmarkt gewinnen. Auch das Internet verändert die Kunstszene: Künstler sind besser informiert und nicht mehr auf traditionelle Kanäle angewiesen.
Heute hat jeder Künstler die Möglichkeit, seine Werke einem großen Publikum zu zeigen. Street Art ist da ein wichtiges Phänomen.
Künstler verschaffen sich auf der Straße eine Bühne und verbreiten ihre Arbeiten über das Internet. Das ist wie im Musikgeschäft: Die neuen Künstler erreichen ihren Durchbruch zuerst im Internet.
Dies und auch Reality-TV-Shows wie "School of Saatchi" bieten einem breiten, unelitären Publikum einen Zugang zur Kunstwelt, lassen es aber ebenso zu einem Mainstream-Phänomen werden.
Auch die geplanten Kulturzentren in Abu Dhabi und Hongkong, die fast schon pharaonische Ausmaße erreichen, werden zu einem großen Stimulus für die Kunst und Kultur im 21. Jahrhundert. Außerdem werden sich die Grenzen zwischen Galerie und Auktionshaus immer mehr vermischen. Es wird sich ein neues Modell auf dem Kunstmarkt etablieren:
Agenturen, wie man sie aus dem Musik- und Showgeschäft kennt. Ein Agent managt und plant dann strategisch weltweit die Karriere eines Künstlers.
KUNSTKRITIK "Künstler müssen ihre Praxis theoretisch legitimieren" Boris Groys, Professor für Philosophie und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe Künstler interessieren sich mehr und mehr für die Theorie - das war früher nicht der Fall. Künstler und Kuratoren stehen unter dem Zwang, ihre Praxis theoretisch und kritisch legitimieren zu müssen.
Die Theorie wird so zum Teil des Kunstgeschehens, das von innen heraus kommentiert und sich quasi in das Kunstschaffen selbst integriert. Früher haben Künstler etwas produziert und andere haben darüber nachgedacht - diese Arbeitsteilung funktioniert heute nicht mehr. Zudem leben wir in einer globalisierten Welt, in der viel Kunst aus anderen Kulturteilen, vor allem aus nichteuropäischen und postkommunistischen Ländern, auf uns eindringt, deren Geschichte und Programmatik wir nicht unmittelbar erkennen können. Deshalb ist heute immer weniger klar, was Künstler eigentlich wollen. Früher gab es eine gewisse Vertrautheit mit dem Kunstgeschehen, die heute verloren gegangen ist. Hinzu kommt eine extreme Fixierung auf die Gegenwart und auf die eigene kulturelle Identität. Anstatt selbst neue Utopien zu entwickeln, bleibt man dem kulturverankerten Begriff der Utopie treu. Kunstkritik und Kunstgeschichte haben sich außerdem in Bezug auf die künstlerische Selbsttheoretisierung viel zu lange zu arrogant verhalten. Die Kritik wird in Zukunft vor allem zu einer ernsthaften Überprüfung der theoretischen Ansprüche der Künstler und Kuratoren.
Sie überprüft, ob die formulierten Strategien stichhaltig und plausibel sind, und ob sie sich erfüllen oder miteinander kollidieren.
Die Kritik wird sich dem eigenen Diskurs der Künstler kritisch stellen müssen.
ARCHITEKTUR "Neue Werkzeuge entwickeln" Philipp Oswalt, Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau Eine Kultur des Schrumpfens wird das zentrale Thema des 21. Jahrhunderts.
Gerade Städtebau und Architektur stehen mit dem Rückgang von Bevölkerung und Wirtschaftsaktivität vor allem in den alten Industrieländern des Nordens vor ganz neuen Aufgaben. Dies ist kein Worst- Case-Szenario, sondern ein bekannter Grundzug der gesellschaftlichen Entwicklung.
Wenn wir in Zukunft nach neuen "Werkzeugen" des Planens und Bauens suchen, dann ist diese Situation durchaus vergleichbar mit der Ära der klassischen Moderne, mit der Ära des Bauhauses. Das "Neue Bauen" der zwanziger Jahre wäre undenkbar gewesen ohne die Entwicklung eines ganzen Arsenals an neuen Instrumenten für Städtebau und Architektur:
Kommunen und Genossenschaften traten als neue Bauherren auf, neue Nutzungskonzepte wurden entwickelt, innovative Finanzierungsmodelle entworfen. All das war für das Entstehen der Architektur der Moderne ebenso essentiell wie die Entwicklung neuer Raumideen und einer neuen Architektursprache. In analoger Weise sind für die Gestaltung der Schrumpfungsprozesse neue und angepasste Werkzeuge zu entwickeln, die überhaupt erst ein wirkungsvolles Intervenieren ermöglichen.
KUNST "Alles wird okay!" Nedko Solakov, Künstler Das ist keine Theorie, und ich fürchte, es ist noch nicht einmal eine Vision, wohl eher ein frommer Wunsch für die Zukunft der Kunst. Es gibt die klassische und zeitgenössische Kunst, von der viele Werke bereits heute zu Klassikern gezählt werden. Mit der klassischen Kunst ist es einfach: Menschen werden diese Werke weiterhin bewundern und entdecken, wie zeitgenössisch einige dieser Prachtstücke sind. Manche dieser Meisterwerke werden von Zeit zu Zeit neu zugeordnet werden und dann im Meisterwerke-Ranking nach unten rutschen - aber das ist okay. Das wahre Problem ist die zeitgenössische Kunst. Brauchen die Menschen des nächsten Jahrzehnts sie überhaupt noch? Was kann die zeitgenössische Kunst dem Durchschnittsmenschen bieten? Visuelle Genüsse?
Ja, natürlich, aber visuell ansprechende Kunstwerke sind richtig teuer geworden.
Es gibt also für normale Menschen keine Möglichkeit, sie zu Hause zu genießen, es sei denn sie kaufen sich eine Postkarte von dem Kunstwerk. Innere Befriedigung?
Vielleicht, aber da gibt es möglicherweise andere Dinge, die dieses Bedürfnis besser befriedigen - Sport-Schauen, Essen oder Rumhängen. Was sollte ich also als Künstler des nächsten Jahrzehnts tun, wenn ich mir nicht sicher bin, was der Durchschnittsmensch an Kunst braucht, falls er denn überhaupt welche braucht? Wahrscheinlich werde ich mich wieder auf die sichere Seite schlagen - und erstens für mich und mein eigenes Vergnügen arbeiten (um einmal das alte Klischee zu bedienen), und zweitens werde ich dann wieder mal alles daran setzen, die nicht-durchschnittlichen Menschen (Kuratoren, Kritiker, Sammler) davon zu überzeugen, dass für mich selbst zu arbeiten auch der beste Weg ist, um für sie zu arbeiten, und dass sich ein solches Konzept lohnt, weil es für künftige Durchschnittskunstsituationen etwas zum Ausstellen, Sammeln und Bewahren bringt.
Kurzum: Alles wird okay, wirklich! Die Kunst wird ihre Produzenten und Konsumenten nicht enttäuschen. Es wird sogar noch viel Zeit zum Betrachten alltäglicher Dinge geben: zum Beispiel den Vollmond über dem nächsten extravaganten Kunstmuseum mit geschwungenen Linien.
DESIGN "Die Zukunft ist politischer Natur" Paolo Tumminelli, Professor für Design-Konzepte an der Köln International School of Design Zukünftiges Design ist nicht ästhetischer, sondern politischer Natur. Um Milliarden neuer Konsumenten bei Laune zu halten, überfluten die Vereinigten Industrien uns mit ungeheuren Angeboten, produzieren ein Babel aus Erscheinungsformen, Zwecken und Funktionen. Ein geschmacksschwaches Pop-Publikum, kaum in der Lage, zwischen Retro und Futurismus zu unterscheiden, bewundert den triumphalen Siegeszug des Hypereklektizismus. Die herrschende "Esthetic Disorder" lässt die Welt in schizophrenischer Syntonie mal lilablumig, mal graukantig, mal organbionisch, mal technomatisch erscheinen: stilvolle Stillosigkeit.
Alles dazwischen ist "Just-in-Life" möglich.
Jeder wird Designer, man designt sich selbst. Durch die Reproduktion und Adaption von Körperteilen des Superstars der Stunde steigt die Genindustrie in eine neue Dimension. Virtual Reality wird real, Hauptsache irgendwohin gehören. Überhaupt mutiert das tägliche Leben aktiver Konsumenten zum Flatrate-Markenerlebnis.
Um dies zu regeln, bedarf es eines Gesetzesbergs, der bestimmt, wann, wo und wie was produziert, vermarktet, gekauft, benutzt und entsorgt werden kann. Im Namen des "Totally Correct" unterwerfen sich kindgebliebene Bürger, die nach ihrer Energieeffizienz besteuert werden, apathisch dem Unvorstellbaren, etwa einer Helmpflicht für freilaufende Kinder.
Schließlich rebellieren die Kinder und verlangen einen Baum zum Klettern.
Dann wünschen sie sich echte Äpfel. Essen sie, finden daran Gefallen, werden aktiv - und die Ultramoderne beginnt.
REDAKTION: ALAIN BIEBER ILLUSTRATION: MATTHIAS GEPHART
