Ausgabe: 01 / 2010
Seite: 97

Kriegserbe

Von Kito Nedo

VORSCHAU Eine Ausstellung mit Künstlern aus Vietnam soll eine Wissenslücke schließen

Connect - Kunstszene Vietnam ifa-Galerie, Berlin 18.12-5.4.2010

Während die zeitgenössische chinesische Kunst weltweit große Erfolge feiert, weiß man von der Kunst aus anderen Teilen Asiens - wie etwa Vietnam - so gut wie nichts. Die Ausstellung in der Berliner ifa-Galerie soll helfen, diese Wissenslücke zu schließen (Katalog:

Kerber Verlag, 28 Euro). Mit den Arbeiten von elf vietnamesischen Künstlern wollen die beiden Ausstellungskuratorinnen Barbara Barsch und Veronika Radulovic zeigen, dass sich auch hier eine bemerkenswerte Szene herausgebildet hat. Zu den eingeladenen Künstlerinnen und Künst lern zählen etwa der Bildhauer Nguyen Manh Hung, dessen Hausskulpturen sich um die individuelle Anpassung und Umnutzung von modernen Plattenbauten drehen. Dinh Q. Le thematisiert das schwere Erbe des letzten Krieges: Spielzeug und Kleidung für verkrüppelte Kinder machen deutlich, dass der flächendeckende Einsatz chemischer Kampfstoffe wie Agent Orange durch die US-Armee bis heute wirkt.

Bildunterschrift:

"Rote Etüde" (2009) von Nguyen Minh Phuoc