Ausgabe: 09 / 2009
Seite: 6

Recherche in brütender Hitze

Von

BETR. ART

Indien war bislang eher Terra incognita, was zeitgenössische Kunst betrifft. In diesem Herbst werden europäische Museen und Galerien nun förmlich von einer Indienwelle überrollt. Die in München lebende art-Korrespondentin Birgit Sonna reiste auf den Subkontinent, um dem Hype auf die Spur zu kommen. Angesichts der Kontraste - Slums grenzen an maharadschahaften Reichtum - war selbst der Klimaschock schnell vergessen.

Den anfänglichen Monsunwinden in Mumbai folgte Ende Juni eine brütende Hitze in Neu-Delhi. "Ein Wunder, dass in dieser sonst dem Urlaub vorbehaltenen Zeit die meisten Künstler noch nicht das Weite gesucht haben", sagt sie. "Auffallend viele bereiteten gerade größere Ausstellungen in London und Paris vor." Birgit Sonna entdeckt gerne künstlerisches Neuland - wo auch immer. Die promovierte Kunsthistorikerin arbeitete lange als Kritikerin für die "Süddeutsche Zeitung" und ist heute parallel als Autorin für "Vogue" und "Neue Zürcher Zeitung" tätig. Kurz vor dem Indien-Trip war sie noch in Venedig und moderierte anlässlich der Biennale ein Gespräch mit Daniel Birnbaum und Carsten Höller. Bereits auf der Biennale wurde für Birgit Sonna deutlich, wie stark sich die indische Kunst mittlerweile im internationalen Kontext behauptet. "Dennoch war ich überrascht, wie energetisch, weltgewandt und damit auch hochprofessionell die jungen Künstler Indiens vorgehen." Eine Woche lang war Sonna in Mumbai und Neu-Delhi unterwegs, um die in den Megacitys verstreuten Ateliers der Künstler aufzusuchen.

Ihre Titelgeschichte zum großen Indientrend beginnt auf Seite 20.

Bildunterschrift:

Neuland der Gegenwartskunst:

Birgit Sonna in Indien