Ausgabe: 09 / 2009
Seite: 105

Virus der Straße

Von Heinz Peter Schwerfel

KRITIK Einfallsreich erzählt die Ausstellung die Geschichte der Graffiti

Né dans la rue - Graffiti Fondation Cartier, Paris 7.7.-29.11.2009

Alle Jahre wieder taucht die Fondation Cartier im Sommer in die Popkultur.

Nun ist mit der Geschichte der Graffiti die künstlerische Fassadenverschmutzung dran.

Während man im Erdgeschoss mit großen Gemälden von Gästen aus São Paulo, Amsterdam oder New York trendy kommt, darf es im dunklen Kellergeschoss schmutzig werden. Hier trifft man auf die Heroen der frühen siebziger Jahre, die in New York Mauern mit ihren Tags beschmierten, ehe 1974 der erste vollständig bemalte Subway- Wagen auftauchte. Alles wird einfallsreich dokumentiert (Katalog: Verlag Thames & Hudson, 38,50 Euro), mit Videointerviews in Würde gealterter Pioniere und Tatwaffen, von der Spraydose bis zum Verdünner. Die kamen zum Leid der Anwohner auch in der Nachbarschaft der Fondation verstärkt zum Einsatz. Graffiti-Kunst ist unsterblich - und ansteckend.

Weitere Bilder der Ausstellung finden Sie unter: www.art-magazin.de/graffitiparis

Bildunterschrift:

"Hand of Doom" von Henry Chalfant