Ausgabe: 08 / 2009
Seite: 20-31
Biennale light
Von Ute Thon, Ralf Schlter, Jrg Glscher
AUS VENEDIG BERICHTEN UTE THON, RALF SCHLÜTER UND JÖRG GLÄSCHER (FOTOS)
Erstaunlich luftig geht es in diesem Jahr auf der Venedig-Biennale zu: Im Arsenale und dem Palazzo delle Esposizioni wird der Schönheit versponnener Welten gehuldigt, in den Pavillons fehlen politische Themen fast ganz. Poetische und kunstbezogene Arbeiten bestimmen den Ton. Ein Rundgang durch die Sommerhauptstadt der Kunst
Bildunterschrift:
Der argentinische Künstler Tomás Saraceno spinnt Fäden in der Ausstellung "Welten machen":
"Galaxies Forming along Filaments, like Droplets along the Strands of a Spider's Web", 2009
Im russischen Pavillon zeigt Anatoly Shuravlev ein Glasperlenspiel mit winzigen Fotos von Prominenten des 20. Jahrhunderts: "Black Holes" (2009)
Öffentliches Wohnen und Malen, Auftritte der Altmeister Bruce Nauman und John Baldessari: Die Kunstgemeinde findet in Venedig viel Vertrautes und Etabliertes vor
Momentaufnahmen der Biennale im Uhrzeigersinn von oben links: Aleksandra Mir legte im Arsenale Postkarten von Venedig aus - nur waren auf den Fotos Bilder aus ganz anderen Weltgegenden zu sehen; der indische Künstler Nikhil Chopra bei seiner Performance, er wohnte öffentlich in der Nähe des Arsenale; John Baldessari verspricht per Banner, keine langweilige Kunst mehr zu machen; Bruce-Nauman-Schau im US-amerikanischen Pavillon; Ragnar Kjartansson malt live für Island
Vor dem nordischen Pavillon treibt eine Leiche im Pool.
Es handelt es sich wohl um die Figur des Sammlers, dessen Kollektion Elmgreen & Dragset drinnen präsentieren
Fototapete, Multi-Kulti-Kunst und der Goldene Löwe für ein Café mit Zebrastreifen: In Daniel Birnbaums Biennale- Ausstellung überwiegen unkonventionelle Installationen
Versteckspiel mit der Kunst (im Uhrzeigersinn von links oben): John Baldessari verkleidete den großen Ausstellungspavillon in den Giardini mit der Fototapete "Ocean and Sky"; Zeichnungen des indischen Künstlers Anju Dodiya; die gestreiften Holzstäbe des 1978 gestorbenen polnischen Konzeptkünstlers André Cadere wirken wie beiläufig abgestellt; Tobias Rehbergers Cafeteria gewann einen Goldenen Löwen; Wolfgang Tillmans' Fotoarbeiten glänzen in einem eigenen Raum
Eine wunderbar feine Installation aus Goldfäden der 2004 gestorbenen brasilianischen Künstlerin Lygia Pape empfängt den Besucher im Arsenale: "Ttéia 1, C" von 2002
