Ausgabe: 08 / 2009
Seite: 112

Flexibel sein

Von Angelika Kindermann

AUSSTELLUNGEN Dirk Luckow, neu ernannter Chef der Hamburger Deichtorhallen, gilt als gut vernetzter, bei Sponsoren und Sammlern geschätzter Ausstellungsmacher, der kostengünstig und publikumswirksam arbeitet

art: Ihnen sind ja als Direktor der Kunsthalle zu Kiel erfolgreiche Ausstellungen dank enger Zusammenarbeit mit privaten Sammlern gelungen. Lässt sich dieses "Rezept" auch auf die Deichtorhallen übertragen?

Ich freue mich darauf, in Hamburg neue Begegnungen in diesem Sinne zu ermöglichen. Es wird mich interessieren, in den Deichtorhallen Sammlungen internationalen Zuschnitts vorzustellen, die sich als Labor zur Erprobung spezieller Orientierungsmöglichkeiten oder Utopien verstehen.

Ein Programm auf der Grundlage von Sammlungen wie die des Fotografen F. C. Gundlach und des Hamburger Unternehmers Harald Falckenberg zu entwickeln, betrachte ich als Chance, flexibel mit den beiden Häusern zu agieren. Jedenfalls würde die Sammlung von Falckenberg die Deichtorhallen hervorragend ergänzen.

Sie gelten als hervorragender Fundraiser, befürchten Sie nicht, dass in Zeiten leerer Kassen das unabhängige künstlerische Programm zu kurz kommt?

Die finanzielle Verortung der Deichtorhallen ist bekanntlich schwach. In Zukunft gehen die Steuergelder eher noch zurück. Ich mache mir also keine Illusionen über die Notwendigkeit zusätzlicher Einnahmequellen für die Deichtorhallen. Doch die künstlerische Freiheit wird auf keinen Fall zu leiden haben. Das ist ein Prinzip meiner Arbeit.

In jedem Fall muss das Sponsoring mit den Schauen und dem Programm eines Hauses vereinbar sein.

Angeblich wollen Sie auch alte Altarbilder in den Deichtorhallen, einem Institut für aktuelle Kunst, ausstellen?

Mir ist es vertraut, klassische und aktuelle Kunst sinnvoll miteinander zu kombinieren. So könnte im Rahmen eines künstlerischen Projekts auch ein Altarbild einmal in den Deichtorhallen landen - wenn es die konservatorischen Bedingungen zulassen.