Ausgabe: 08 / 2009
Seite: 108
Aufgeschoben=aufgehoben
Von Birgit Sonna
KUNSTMARKT Schwere Zeiten für den Handel von München bis New York: Viele Messen werden vertagt oder ganz eingestellt
Als der frisch angetretene Veranstalter der Kunst-Messe München, die Düsseldorfer Texstyle GmbH, sich im Frühjahr vorstellte, wurde Zuversicht versprüht. "Nur eine repräsentative Leistungsschau wie in Riem kann der Befriedigung des interessierten Publikums dienen", ließ Geschäftsführer Michael Daniels verlauten. Man wollte Gerüchten entgegentreten, dass die Kunst- Messe abgesagt werden müsse. Nun ist es amtlich: Die älteste Messe des deutschen Kunsthandels wird nicht stattfinden. Nur 30 von anvisierten 100 Händlern für Antiquitäten und Alte Meister konnten sich erwärmen, in unsicheren Zeiten zu der zuletzt von Führungsdefiziten sowie Abspaltungen gebeutelten Messe zu stehen. Kaum vorstellbar, dass es zu einer Neuauflage kommt.
Das Messesterben ist nicht mehr zu leugnen: Zur diesjährigen Art Basel wurden die Nebenmessen Bridge Art Fair, Red Dot und Print Basel eingestellt.
Da die neureiche Klientel von Sammlereinsteigern oft nicht mehr flüssig ist, haben sich die B- und CMessen nahezu überlebt. Vornehm vertagt wurden die in Abu Dhabi geplante dritte Ausgabe der Artparis- Abu Dhabi sowie die in New York vorgesehenen Messen International Art + Design Fair und International Asian Art Fair. Aufgeschoben ist gleich aufgehoben, könnte als Geheimdevise gelten.
Bildunterschrift:
2008 fand sie noch statt: Blick in die Kunst-Messe München
