Ausgabe: 08 / 2009
Seite: 90

Der Panther faucht wieder

Von Claudia Bodin

VORSCHAU Bilder und Collagen mit durchschlagender Symbolkraft: Eine Ausstellung erinnert an den Grafikdesigner der Black-Panther-Partei

Emory Douglas New Museum, New York 22.7.-18.10.2009

Die Untergrundorganisation Black Panther entwickelte sich Ende der sechziger Jahre zur Guerillapartei, die der damalige FBI-Chef John Edgar Hoover als die größte Bedrohung für die innere Sicherheit der Vereinigten Staaten bezeichnete. Die Partei war die radikale Antwort auf die Rassendiskriminierung in den USA, ein militanter Aufstand für Gleichheit und Gerechtigkeit.

Neben den beiden Gründern Bobby Seale und Huey P. Newton kämpfte der inzwischen 66-jährige Grafikdesigner Emory Douglas bis zum Ende der schwarzen Bewegung 1979/80 an vorderster Front. Auf Plakaten, Flyern und in der wöchentlichen Zeitschrift "The Black Panther", die zu Spitzenzeiten eine geschätzte Auflage von 400 000 Stück hatte, schuf er Bilder und Collagen mit Symbolkraft: Newton mit Baskenmütze und Waffe vor einem roten Stern, das Parteilogo des fauchenden schwarzen Panthers oder die Cartoonfigur eines bewaffneten Schweins als scharfe Kritik an der Polizeimacht - Polizisten wurden als "Pigs", Schweine, bezeichnet.

Der Künstler Sam Durant, dessen Werk oft von politischen und kulturellen Themen der amerikanischen Geschichte handelt, organisierte die Ausstellung "Emory Douglas:

Black Panther". Mit 165 Plakaten, Prints, Zeitungsausrissen und Fotomontagen aus den Jahren 1967 bis 1976 nimmt sie das zweite Stockwerk des New Museum ein.

Durant traf den ehemaligen Kulturminister der Black Panther vor einigen Jahren bei einem Vortrag und arbeitete mit ihm gemeinsam an dem 2007 bei Rizzoli Publications erschienenen Buch "Black Panther:

The Revolutionary Art of Emory Douglas".

Anlässlich seines Auftritts in New York entwarf Douglas das Motiv für eine neue Wandmalerei. Eine Gruppe von Schülern wird das Bild diesen Sommer gemeinsam mit ihm an einer Mauer in Harlem verewigen. Denn der Kampf für Gerechtigkeit ist auch in Zeiten, in denen die USA einen schwarzen Präsidenten hat, noch nicht beendet. "Wir müssen daran arbeiten, Macht zu haben", sagte der Bürgerrechtler Malcom X, der 1965 bei einem Vortrag in Harlem erschossen wurde. "Denn dieses Land wird nicht durch Moralität, Liebe und Gewaltlosigkeit am Laufen gehalten, sondern durch Macht."

Bildunterschrift:

Links: Black- Panther-Plakat, 17. Februar 1970.

Rechts: Poster von 1969, beide Offsetlithografien