Ausgabe: 07 / 2009
Seite: 136

Abstraktion statt Cowboys

Von Claudia Bodin

POLITIK Während die Politik des neuen US-Präsidenten Barack Obama für manche zu wenig vom versprochenen Wandel verspüren lässt, ist in Sachen Kunst der Wechsel im Weißen Haus bereits voll im Gange

Abgehängt wurden die von Familie Bush geliebten Cowboybilder, Stillleben und Porträts aus dem 19.

Jahr hundert. Statt dessen ziehen abstrakte Meister wie Richard Diebenkorn, Louise Nevelson und Pop-Art- Pionier Robert Rauschenberg im Weißen Haus ein. 40 Namen standen auf der Wunsch liste der Obamas.

Die Werke werden von Museen und Sammlern verliehen oder gehen nach langem Genehmigungsprozess in die 450 Werke umfassende Sammlung über. Von lebenden Künstlern werden keine Schenkungen akzeptiert, um zu verhindern, dass deren Marktwert in die Höhe schnellt. Signale setzen die Obamas damit, dass sie in ihrem musealen Zuhause weiblichen sowie afro- und lateinamerikanischen Künstlern ein Podium bieten. Bereits installiert wurden sieben Leihgaben des Washingtoner Hirshhorn Museum, darunter Bilder der Afroamerikanerin Alma Thomas. Das Kunstinteresse des Präsidentenpaars kommt nicht von ungefähr. Bei einem ihrer ersten Dates führte Barack seine Michelle in das Art Institute von Chicago aus.

Bildunterschrift:

Neuer Stil? US-Präsident Barack Obama setzt auf abstrakte Malerei

Afroamerikanische Kunst im Weißen Haus:

Alma Thomas, "Watusi (Hard Edge)" von 1963