Ausgabe: 07 / 2009
Seite: 129

Zeigen Sie auch DDR-Kunst?

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UMFRAGE Ja, wo ist sie denn, die DDR-Kunst? Vier Meinungen zur aktuellen Debatte

Kasper König, Leiter des Museums Ludwig in Köln: "Das Museum Ludwig besitzt DDR-Kunst in seiner ständigen Sammlung. Zum Beispiel Arbeiten von Gerhard Altenbourg (fünf Zeichnungen), Peter Herrmann ("Das brennende Dresden") und A. R. Penck (ohne Titel - Freundesgruppe).

In unserem Depot befinden sich etwa zwei Drittel unserer Sammlungsbestände.

Darunter ist auch DDR-Kunst.

Es liegt meines Erachtens im Ermessen jedes einzelnen Museums, ob es DDR-Kunst zeigt und wenn ja, in welchem Umfang." Andreas Bee, stellvertretender Direktor des Museums für moderne Kunst in Frankfurt:

"Unser Museum wurde erst 1991 eröffnet, wir haben deshalb keine DDR-Kunst. Aber die Frage, ob mehr DDR-Kunst gezeigt werden sollte, stellt sich für mich gar nicht. Weil es nicht entscheidend ist, ob Kunst aus der DDR oder aus dem Westen kommt, genauso wie es nicht wichtig ist, ob Kunst von Frauen oder Männern gemacht wurde:

Hauptsache gute Kunst, oder?" Ulrich Großmann, Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg:

"In der Sammlung zum 20. Jahrhundert zeigen wir Werke von Wolfgang Mattheuer, Wolfgang Peuker und Sighard Gille. Weitere Werke befinden sich aus Platzgründen im Depot. Wie unsere Ausstellung "Kunst und Kalter Krieg" zeigt, bietet DDR-Kunst ein großes Potenzial an Entdeckungen:

Natürlich gab es viel schlechte Kunst, wie eben im Westen auch - aber mehr Kunst, als im allgemeinen Bewusstsein vorhanden, entzog sich Klischees und Doktrinen." Stephan Berg, Intendant des Kunstmuseums Bonn: "Tatsächlich zeigen wir in unserer Sammlung weder DDRKunst, noch haben wir nennenswerte Bestände in unseren Depots. Ich halte das für einen nicht akzeptablen Zustand, den wir ändern werden.

Grundsätzlich finde ich es wünschenswert, dass in deutschen Museen mehr Kunst aus der DDR gezeigt wird, als selbstverständlicher und wichtiger Teil des deutschen Kunstgeschehens."

Bildunterschrift:

Wolfgang Mattheuer, "Kain" (1965) - in der Schau "Kunst und Kalter Krieg"