Ausgabe: 07 / 2009
Seite: 131
Gags, Gauner und ein Galadinner
Von Claudia Bodin
KINO Hollywood entdeckt die Kunst: Gleich mehrere Filme aus der Museums- und Galerienwelt feiern in den USA und in Europa Kinopremiere
Was mich an der Kunst gereizt hat, ist die Ironie, mit der sich abgehobene, spirituelle und intellektuelle Ambitionen mit dem niederen, vulgären Streben nach sozialem Status mischen", sagt der in Los Angeles ansässige "Untitled"- Regisseur und Drehbuchautor Jonathan Parker. Seine Satire verfolgt Sammler, Kunsthändler und Künstler, die sich in der New Yorker Szene durchschlagen und steckt voller Insider- Witze auf Kosten von Größen wie Bruce Nauman, Damien Hirst oder John Cage.
Die Krimikomödie "The Maiden Heist" erzählt dagegen die Geschichte der selbstlosen Liebe zur Kunst: Drei Museumswächter (darunter Christopher Walken und Morgan Freeman) haben sich dermaßen in Kunstwerke verliebt, dass sie beschließen, sie zu stehlen. Denn der Direktor will Objekte aus der historischen Sammlung im Tausch gegen publikumsträchtigere zeitgenössische Kunst nach Europa verschiffen. Die eigenwilligste Produktion kommt aber aus England: "Banksy's Coming for Dinner" ist eine Pseudo-Dokumentation von Ivan Massow. Die Kamera begleitet den an onymen Kunststar Banksy (gespielt von Bryan Lawrence) bei seinem angeblich ersten öffentlichen Auftritt zu einem Dinner bei Hollywood- Legende Joan Collins und ihrem Gatten. Nicht nur Collins soll mit dem Projekt an der Nase herumgeführt worden sein. Der Film versteht sich als Experiment mit der Realität und was bei all dem Budenzauber um Prominente davon übrig bleibt.
Bildunterschrift:
Kunstdiebe George (William H. Macy), Charles (Morgan Freeman) und Roger (Christopher Walken) in "The Maiden Heist"
Dinnerparty für Fake-Banksy und Joan Collins (rechts): Still aus der Satire "Banksy's Coming for Dinner"
"Untitled": Marley Shelton (links) als New Yorker Galeristin
