Ausgabe: 07 / 2009
Seite: 130
"Schönstes Atelier der Welt"
Von Angelika Kindermann
KÜNSTLERSCHLOSS Pablo Picasso liebte die Côte d' Azur. Fünf Häuser kaufte der Künstler im Hinterland der französischen Riviera: Villen, Herrenhäuser - und sogar ein richtiges Schloss
Picasso war 78 Jahre alt, als er mit seiner 45 Jahre jüngeren Lebensgefährtin Jacqueline Roque 1959 in das Château de Vauvenargues einzog: Ein altes, trutziges Gemäuer, 14 Kilometer östlich von Aix-en-Provence gelegen. Er hatte genug vom lärmenden Leben in Cannes und suchte Abgeschiedenheit und Ruhe. "Es gibt kein schöneres Atelier auf der Welt als diesen Saal mit Kamin", freute sich der Schlossherr. Er empfing kaum Besucher, arbeitete viel, bemalte eine Badezimmerwand mit Faunköpfen, verzierte eigenhändig einige der wenigen Möbelstücke, die in dem riesigen, aber düsteren Château standen. Schon nach einem halben Jahr hatte der Meister genug von der Stille und wohnte wieder häufiger in seiner Villa La Californie in Cannes. Doch als Picasso 1973 starb, wurde er vor der imposanten Freitreppe von Château de Vauvenargues begraben. Diesen Sommer nun bietet sich parallel zu Picasso-Ausstellungen im Musée Granet in Aix-en-Provence sowie im Picasso-Museum in Antibes bis zum 27. September erstmals die Chance, das Schloss des Künstlers in kleinen Besucherguppen zu besichtigen. Anmeldung erforderlich unter: www.museegranet-aixenprovence.fr
Bildunterschrift:
Picasso im Château de Vauvenargues; Buchtipp:
"Picassos Häuser", Feymedia Verlag
