Ausgabe: 06 / 2009
Seite: 88
Postume Verklärung ausgeschlossen
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Er malte sich selbst gerne als Narr oder Harlekin. Vielleicht spielte Werner Tübke (1929 bis 2004) damit auf seine zwiespältige Sonderrolle in der DDR an. Mit seiner altmeisterlichen Malweise passte er zwar nie so ganz in den Kanon des sozialistischen Realismus, genoss aber dennoch die Privilegien eines Staatskünstlers. Im Museum der bildenden Künste Leipzig versucht vom 14.
Juni bis 13. September eine Ausstellung eine Neubewertung seines Werks - auch im Hinblick auf die Malereitradition der Stadt, in der Tübke fast 20 Jahre als Lehrer wirkte. Mit 90 Gemälden, darunter auch den Studien zum Bauernkriegs panorama in Bad Frankenhausen und den Bildtafeln aus dem abgerissenen "Palast der Republik", nähert man sich dem "Universum Tübke". Eine postume Verklärung scheint ausgeschlossen - dafür sorgen Gemälde voller ideologischer Verstrickungen, die neben solchen mit christlichen und historischen Motiven erscheinen.
Der Hofnarr schuf sich gekonnt Freiräume. Abbildung:
"Selbstbildnis mit roter Kappe" (1988). S. A.
