Ausgabe: 06 / 2009
Seite: 124

Aufbruchstimmung verpufft

Von Dirk Schwarze

Projekt: Kassels Museumslandschaft plagen Personalsorgen

Es sollte ein Signal zum Aufbruch sein: Im Juli 2003 präsentierte der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, mit dem Direktor der Staatlichen Museen Kassel, Michael Eissenhauer, einen Plan zur Umgestaltung der Kasseler Museumslandschaft.

Die Museen mit ihren gewichtigen Schätzen sollten international zum Strahlen gebracht werden. 200 Millionen Euro wollte das Land dafür bereitstellen.

Tatsächlich gibt es heute in der Documenta-Stadt etliche Museumsbaustellen.

Doch die Aufbruchstimmung ist verpufft, weil sich viele Projekte verzögert haben, weil die Sanierung der historischen Anlagen mehr und mehr Mittel verschlingen und weil die Initiatoren des Planes mitten in der Umgestaltung die Bühne verlassen haben. Während es Minister Corts in die Privatwirtschaft zog, wechselte Eissenhauer Ende 2008 nach Berlin, um dort die Leitung der Staatlichen Museen zu übernehmen. Die Direktorenstelle ist seit einem halben Jahr verwaist, da eine ausgewählte Eissenhauer- Nachfolgerin ihre Zusage zurückgezogen hat. Kürzlich folgte eine weitere Hiobsbotschaft:

Der Leiter der Kasseler Gemäldegalerie, Gregor Weber, wechselte als Leiter der Abteilung Bildende Kunst ans Rijksmuseum in Amsterdam.

Die neue, aus Kassel stammende hessische Kulturministerin Eva Kühne-Hörmann verspricht nun die Weber-Nachfolge rasch zu regeln. Sie ließ auch die Eissenhauer- Stelle sofort wieder ausschreiben und will aus Zeit gründen keine Findungskommission einsetzen.

Bildunterschrift:

Die Gemäldegalerie Alter Meister im Schloss Wilhelmshöhe in Kassel braucht einen neuen Leiter

Berlin: Michael Eissenhauer

Amsterdam:

Gregor Weber