Ausgabe: 06 / 2009
Seite: 125
Das Geld entscheidet
Von Kito Nedo
KOMMENTAR
Taten statt Worte! So lautete das Credo von Coco Kühn und Constanze Kleiner, den Initiatorinnen der Temporären Kunsthalle, die seit Oktober auf dem Berliner Schlossplatz steht. Dass die Box des Architekten Adolf Krischanitz realisiert wurde, grenzte an ein Wunder. Denn Unterstützung von der klammen Kommune und dem wenig kunstsinnigen Kultursenator war nicht zu erwarten. Umso glücklicher waren Kühn und Kleiner über Dieter Rosenkranz und seine Stiftung Zukunft Berlin, die sich bereit erklärte, die Anschubfinanzierung von rund einer Million Euro zu leisten und die Initiative organisatorisch zu unterstützen.
Dass derjenige, der das Geld gibt, auch das Sagen hat, bekamen beide nun zu spüren. Wie in der lokalen Presse zu lesen war, soll der ehemalige Westberliner Kultursenator Volker Hassemer als Vertreter der Stiftung kürzlich vor versammelter Mannschaft mit wenig diplomatischen Worten die Demission von Kleiner als Geschäftsführerin verkündet haben.
Thomas Eller soll es nun alleine richten. Zu den Gründen des Zerwürfnisses schweigen die Beteiligten.
Doch dürfte das Image der Initiative, die angetreten war, die Notwendigkeit einer permanenten Kunsthalle zu demonstrieren, Schaden genommen haben. Wenn sich die Macher nicht auf ihr Kerngeschäft - überzeugende Ausstellungen - besinnen, wird der blaue Kasten nur eine Episode in der hauptstädtischen Kunstgeschichte bleiben.
Bildunterschrift:
Temporäre Kunsthalle Berlin
