Ausgabe: 05 / 2009
Seite: 124

Schluss mit den Garantien

Von Hans Pietsch

Auktionen: Verluste und Einsparungen bei den großen Häusern

Fragt man Simon de Pury nach der Krise im Auktionsgeschäft, lautet seine Antwort: "Ich bin Optimist." Erste Anzeichen registrierte der Chef von Phillips de Pury schon im letzten Juni:

Käufer ließen sich Zeit mit Zahlungen, einige Beträge stünden bis heute aus, sagt er. Doch sein kleineres Haus konnte flexibler reagieren als die beiden Großen, Christie's und Sotheby's. Schon für die Herbstauktionen 2008 gab er keine Garantien, sprich feste Preisversprechen unabhängig vom Auktionserlös. Sparmaßnahmen wie die Schließung des erst vor einem Jahr eröffneten Kölner Büros setzte er sofort um.

Zudem sicherte er sich mit der Mercury Group einen neuen finanzkräftigen Geschäftspartner.

Bei Christie's ging der Umsatz 2008 gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar zurück. Die wirklich schlechten Zahlen werden jedoch für dieses Jahr erwartet. Obwohl es mit der Auktion der Sammlung Yves Saint Laurent mit einem Paukenschlag begann. Der Erlös von 374 Millionen Euro zeige, "dass es überall auf der Welt und in allen Sparten noch immer Sammler gibt, die auf Qualität positiv reagieren", so International Managing Director Lisa King. Dennoch gab es Kürzungen und Entlassungen. Doch alle Auktionssäle sollen beibehalten werden. Bei Sotheby's sackte der Gesamtumsatz für 2008 um 14 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar ab. Chairman William F.

Ruprecht musste eine Reduzierung des Gehalts um mehr als 8 Millionen auf 2,1 Millionen Dollar hinnehmen. Zudem halten sich Gerüchte, dass der US-Banker und Sammler Steven Cohen als Großaktionär bei So theby's einsteigt. Die Spannung steigt - auch für die Mai-Auktionen in New York.

Bildunterschrift:

Zweckoptimisten: Lisa King (Christie's) und Simon de Pury von Phillips