Ausgabe: 05 / 2009
Seite: 128-129
Craggs zweite Natur
Von
Plastiken und Zeichnungen des britischen Bildhauers
Wandfüllende Assemblagen aus ganz alltäglichen Dingen, vor allem Plastikabfällen, waren sein Markenzeichen, als der Brite Tony Cragg sich Ende der siebziger Jahre in der Kunstszene einen Namen machte. Inzwischen ist Cragg zu einem der bedeutendsten Bildhauer der Gegenwart aufgestiegen, der unter anderem auf der Documenta 7 und 8 in Kassel vertreten war und 1988 den hoch geschätzten Turner Prize der Londoner Tate erhielt. Sein Thema ist das Miteinander von natürlicher und künstlicher, vom Menschen geschaffener Welt. So formt Cragg organische Gebilde aus artifiziellem Material wie Kunststoff oder Metall. Unter dem Titel "Second Nature" sind seine Arbeiten in der Kunsthalle Karlsruhe (bis 3. Mai) und im Salzburger Museum Mönchsberg (27.
Juni bis 4. Oktober) zu sehen.
Der dazu herausgegebene Katalog stellt in optischer und textlicher Sorgfalt nicht nur das Werk des Plastikers vor, sondern sehr ausführlich auch eine weniger bekannte Seite im Werk von Cragg, die Zeichnungen. P. B.
Tony Cragg: Second Nature. DuMont Buchverlag. 256 S., 200 Abb., 49,95 Euro
Bildunterschrift:
Die Schriftstellerin Simone de Beauvoir, fotografiert von Gisèle Freund, Paris (1948)
