Ausgabe: 05 / 2009
Seite: 128
Stete Verwandlung
Von
Yves Netzhammer und seine jüngsten Projekte
Die Kontinente Afrika, Europa und Asien bilden den Rand eines Pflanzenblattes. Ein Vogel sitzt auf Frankreich und pickt mit dem Schnabel an Norwegen.
Der Stil des Blattes führt zu einem Kreis, in dem sich ein Schwarzer und ein Weißer gegenüberstehen.
Mit solchen Bildern hat Yves Netzhammer im Schweizer Pavillon der Biennale Venedig vor zwei Jahren überrascht.
Er entwickelt sie am Computer, printet sie als Zeichnungen, gestaltet damit ganze Wände und verknüpft sie auf Videos zu Bildgeschichten. Die Menschen und Räume, die wir dabei sehen, sind aus der Logik des Zeichners und den Möglichkeiten der Computerprogramme entfaltet und bleiben uns daher ebenso fremd wie sie uns auch faszinieren. Da gibt es Albtraumhaftes ebenso wie politische Szenarien. Stets herrscht das Gesetz der Verwandlung.
Alles hat mit jedem zu tun. Die Monografie stellt das bildnerische Denken des 1970 geborenen Künstlers anhand seiner vier jüngsten Projekte für Venedig, Kassel, Zürich und San Francisco vor. G. M.
Yves Netzhammer. Hatje Cantz Verlag.
216 S., 489 Abb., Deutsch/Englisch, 39,80 Euro
Bildunterschrift:
Zeichnung zum Projekt B, Kassel, Karlskirche, Documenta 12 (2007)
