Ausgabe: 05 / 2009
Seite: 96

Lichtgeschöpfe

Von Merten Worthmann

MADRID: SCHATTEN

Museo Thyssen-Bornemisza und Fundación Caja Madrid folgen einem ergiebigen Thema durch die Kunstgeschichte.

Halb Wunder-, halb Hexenwerk scheint zu sein, was Matías de Arteaga (um 1633 bis 1703) gemalt hat:

Ein Mann zeichnet auf einer Mauer den Schatten eines anderen nach; dem Zeichner selbst scheint alles nicht ganz geheuer. Das Gemälde adaptiert die antike Legende von der Geburt der Malerei aus dem Schattenriss. Die Ausstellung "Schatten" zeigt es gleich im ersten Saal und adelt so ihr Thema, noch bevor sie zum Gang durch die Kunstgeschichte ansetzt. Kurator Victor I.

Stoichita zeigt mit knapp 150 Werken von der Renaissance bis heute, wie der Schatten zu einem wichtigen erzählerischen oder kompositorischen Element wurde. Doch trotz vieler Fundstücke fehlt manches, anderes scheint falsch gewichtet. So bleibt die Schau hinter der Erwartung zurück, die ihr ergiebiges Thema schürt. Sie tritt, wenn man so will, nie aus dem Schatten heraus, den bereits ihr Titel wirft. Termin: bis 17. Mai. Katalog: 42,50 Euro. Internet: www.museothyssen.org, www.fundacioncajamadrid.es

Bildunterschrift:

"Schlagschatten" von Émile Friant (1891)