Ausgabe: 04 / 2009
Seite: 116

Zur Untermiete

Von Michael Kohler

Verkaufsräume: Kölner Händler eröffnen "Rental Galerie"

Nachdem etliche bekannte Kölner Galeristen ihrer Stadt den Rücken kehrten, wollen einige standorttreue Händler die entstandene Lücke nun zumindest ansatzweise schließen. Pünktlich zur Art Cologne eröffnen sie in bester Lage eine Mietgalerie mit 270 Quadratmetern Grundfläche, die Galeristen aus aller Welt für ein Gast spiel von vier bis sechs Wochen an den Rhein locken soll.

Die Idee stammt aus der Off- Space-Szene. In Berlin gibt es das Mietgalerie-Prinzip seit einiger Zeit (www.rent-a-gallery.com).

In Köln wurde es nun aber, so der Galerist Thomas Rehbein, den Bedürfnissen des etablierten Kunsthandels angepasst. Die Bewerber erwarte eine "voll funktionsfähige Galerie" mit einer ständigen Arbeitskraft. Die Galerie liegt am Mauritiuswall. Bewerber gibt es auch schon: "30 international renommierte Galerien" hätten sich schon beworben, heißt es in der Presseerklärung.

Die Auswahl erfolgt durch einen eigens gegründeten Verein, dem auch der Galerist Christian Nagel sowie Art-Cologne-Direktor Daniel Hug angehören. Dank der finanziellen Unterstützung der Stadt Köln liegt die Miete bei 1500 Euro, der Verein verzichtet zudem auf eine Umsatzbeteiligung. In Köln ist man offenbar pragmatisch geworden: Wenn die alte Größe nicht mehr zurückkehrt, lädt man sie wenigstens ein.