Ausgabe: 04 / 2009
Seite: 120
Annie bei der Arbeit
Von
Leibovitz: Die amerikanische Fotogafin über sich selbst
Fotografien von Annie Leibovitz gingen bereits um die Welt: John Lennon kurz vor seiner Ermordung nackt an Yoko Ono geschmiegt, Whoopi Goldberg in einem Milchbad, Demi Moore hochschwanger. Doch nur selten äußerte sich die US-Fotografin, die ihre Karriere 1970 beim "Rolling Stone Magazine" begann, selbst zu ihren Werken.
"An nie Leibovitz At Work" ist die erste Veröffentlichung, in der die Amerikanerin ausführlich von ihrer Arbeit und den Geschichten hinter ihren Bildern erzählt. Sie behandelt ihre Sujets dabei mit Respekt, scheut aber dennoch keine Kritik - weder in Bezug auf die prominenten Modelle noch auf sich selbst. Da Leibovitz seit nunmehr fast vier Jahrzehnten Schauspieler, Musiker und Künstler ablichtet, ist das Buch auch ein kurzweiliger, oft mit amüsanten Details gespickter Streifzug durch die amerikanische Kulturgeschichte und Magazinfotografie. Schade aber ist, dass die insgesamt 119 Bilder sehr klein geraten, Gesichter manchmal nur schlecht erkennbar sind.
Statt dessen wird man daran erinnert, dass es sich hier um das Abbild der Wirklichkeit handelt.
Ein Abbild, das Arbeit macht.
T. SCH.
Sharon DeLano (Hrsg.): Annie Leibovitz At Work. Schirmer/Mosel Verlag. 240 S., 225 Abb., 46 Euro. Ausstellung bis 24. Mai bei C/O Berlin (siehe art 3/2009)
Bildunterschrift:
Fotografie von "Whoopi Goldberg in einem Milchbad" (1984)
