Ausgabe: 03 / 2009

Neue Mission: Internetradio

Kunstzentrum: Direktorin des P.S.1 in New York trat ab

as P.S.1 ist sie", sagte der Künstler John Baldessari über Alanna Heiss. Nach 37 Jahren gab sie ihren Chef-Posten in der New Yorker Kunst institution ab, die sie selbst 1971 gegründet hat. Manch einer meint, dass es sich um einen unfreiwilligen Rücktritt handelt. art-Korrespondentin Claudia Bodin sprach mit der 65-Jährigen. art: Warum treten sie als Direktorin des P.S.1 ab?

Heiss: Als wir uns 2000 mit dem Museum of Modern Art zusammenschlossen, hofften wir, eine starke und vitale Verbindung zwischen diesen so unterschiedlichen Häusern zu schaffen.

Der Hauptunterschied liegt darin, dass es sich beim MoMA um eine der größten sammelnden Institutionen der Welt handelt und das P.S.1 eine Organisation ohne Sammlung ist, die in erster Linie Ausstellungen ausrichtet.

Die Vereinigung gibt dem P.S.1 die Chance als legendäres, experimentelles Kunstzentrum zu überleben - jenseits meines persönlichen Macht- und Einflussbereichs.

Das P.S.1 ist stabiler und ein Mitglied der zivilisierten Museumswelt geworden. Im Zuge dieser Entwicklung wurde es weniger wendig und reaktionsfreudig.

Aber ich finde, es ist ein lohnender Tausch.

Sie gelten als Herz des P.S.1...

Ich bin froh, meine Energie auf ein aufregendes Projekt konzentrieren zu können: unsere Internetradio- Station. MoMA und P.S.1 haben vereinbart, den Sender des P.S.1 in "Art International Radio" weiterzuentwickeln.

Was für ein Programm läuft da?

Wir machen Theater, Lesungen und Performances, die weltweit live ausgestrahlt werden. Die Idee wurde 2002 mit der Bewegung des experimentellen Internetradios geboren. Der ursprüngliche P.S.1- Satellit hatte immer schon eine Rundfunkstation in Manhattan, wo es Aufnahmestudios und Räume für Events gibt.

Ist es schwieriger geworden, experimentell zu sein?

Nicht für uns. Jeder, der gute Ideen hat, kennt meine Nummer.

Internet: http://artonair.org

Bildunterschrift:

P.S.1 ist die Abkürzung von Primary School One, denn das Ausstellungshaus im New Yorker Stadtteil Queens war früher einmal eine Schule

Alanna Heiss

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