Ausgabe: 03 / 2009
Seite: 107
Eva Beuys fordert Werke zurück
Von Stefan Koldehoff
Streit I: Arbeiten sollen von Moyland nach Düsseldorf gehen
Das Verhältnis zwischen der Familie von Joseph Beuys (1921 bis 1986) und dem ihm gewidmeten Museum im niederrheinischen Schloss Moyland ist schon lange zerrüttet (art 11/2007).
Doch jetzt hat das Zerwürfnis einen Höhepunkt erreicht: Eva Beuys will, so gab sie in einem offenen Brief bekannt, nicht länger hinnehmen, wie nachlässig in Moyland mit den Arbeiten ihres Mannes umgegangen werde (siehe Interview). Sie fordert die Herausgabe von Werken, die Beuys den Museumsgründern Hans und Franz-Joseph van der Grinten nur geliehen habe, an die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf und den Transfer ihrer eigenen in Moyland befindlichen Archivalien in eine Stiftung.
Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, der mehrmals vergeblich ver sucht hatte, im jährlich mit rund drei Millionen Euro Landesmitteln geförderten Museum Moyland gegenüber den Stiftern van der Grinten mehr Einfluss des Landes NRW durchzusetzen, erklärte: "Ich bin bestürzt, dass Frau Beuys jetzt mit einem solchen Herausgabebegehren kommt ... Für uns kommt eine Verlagerung von Moyland nach Düsseldorf nicht in Betracht." Jetzt seien die Juristen gefragt.
Bildunterschrift:
Restauriert: "Das Schweigen von Marcel Duchamp wird überbewertet" (1964)
