Ausgabe: 03 / 2009

"Geschichte ist Geschichte"

Norman Rosenthal, 64, hat wieder einmal einen Streit entfacht: Der heißblütige Impresario, der während seiner 30 Jahre als Ausstellungsdirektor der Londoner Royal Academy of Arts vielen auf die Zehen getreten ist, lehnt sich zu einem heiklen Thema weit aus dem Fenster: Er fordert ein Ende der Restitution von Kunstwerken. "Ich glaube, Geschichte ist Geschichte", erklärte er in der britischen "Art Newspaper". Sein Standpunkt erstaunt um so mehr, als Rosenthal Sohn jüdischer Emigranten ist und "viele Verwandte verloren" hat, "die unter schrecklichen Umständen in Konzentrationslagern umkamen". Nach diesen Äußerungen stellte Tate-Chef Nicholas Serota, Leiter des britischen Restitutionsausschusses klar, ein Moratorium sei völlig "verfrüht".

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