Ausgabe: 03 / 2009
Seite: 81

Kopfschmuck zum Lachen und Fürchten

Von Petra Bosetti

Das Institut Mathildenhöhe zeigt, wie Künstler mit dem Thema Masken umgehen

DARMSTADT: MASKEN. METAMORPHOSEN DES GESICHTS

Masken können Gegner erschrecken, Gottheiten symbolisieren, Würde verleihen und im Karneval schlicht komisch wirken. Totenmasken sind das Letzte, was von der Existenz eines Menschen zeugt; im Schutz von Masken frönten die Venezianer einer sexuellen Libertinage. Masken sind eine kulturübergreifende Erscheinung, die auch Künstler beschäftigt hat. Gemeinsam mit dem Pariser Musée d' Orsay und der Ny-Carlsberg-Glyptothek in Kopenhagen untersucht das Institut Mathildenhöhe in Darmstadt die Rolle der Maske in Kunst und Kultur. Auguste Rodin, Odilon Redon, Paul Gauguin, Medardo Rosso, Pablo Picasso oder Edward Steichen - sie alle haben sich künstlerisch dem Phänomen genähert.

Zu den Exponaten gehört auch die Maske der lächelnden Toten, die um 1900 aus der Seine geborgen worden war. Kopien hingen bei vielen Künstlern zu Hause und inspirierten Maler und Literaten.

Bildunterschrift:

Oben: Adolphe-Victor Geoffroy-Dechaume: Abguss des Gesichts von Louis Steinheil (1834); japanische Maske (19. Jahrhundert); Ludwig Habich:

"Bacchus" (1900/01); Bartolomeo Cavaceppi "Kind mit Maske" (1799). Mitte: Fernand Khnopff: "Maske" (um 1897); Paul Gauguin: "Tehura" (1891/93); Marc Vaux: "Foto der Maske Antoine Pevsner" (um 1937). Unten: anonyme Maske, Oberelsbach (um 1850); Auguste Rodin: "Mann mit gebrochener Nase" (1903); "Tote aus der Seine" (um 1900); Böotien, Griechenland: "Maske des Dionysos" (450/400 vor Christus)

Arnold Böcklin: "Schale mit Medusa" (nach 1887)