Ausgabe: 03 / 2009
Seite: 52-59

"Inspiration ist für Anfänger"

Von Claudia Bodin, Jrgen Frank

Der New Yorker Maler Chuck Close zählt zu den wichtigsten US-Künstlern der Gegenwart - und er ist ihr politisches Gewissen. Im art-Interview spricht er über Kreativität, Kunstrummel und neue Hoffnung in Washington

Chuck Close widmet sich seit Jahrzehnten einzig und allein der Porträtmalerei. Mit den Bildnissen seiner ebenso berühmten Freunde schuf der heute 68-Jährige eine Ahnengalerie amerikanischer Künstler und wurde selbst zu einer Ikone der US-Kunst. Aufgrund eines geplatzten Blutgefässes in der Wirbelsäule ist er seit 1988 an den Rollstuhl gefesselt und kann nur mit einer speziellen Schiene an der Hand malen. art-Korrespondentin Claudia Bodin und Fotograf Jürgen Frank trafen den Künstler zum Interview in seinem Atelier in SoHo, wo er gerade an neuen Porträts des chinesischen Kunststars Zhang Huan und einer Tapisserie mit aktuellen Selbstporträts arbeitete, die er im Mai in seiner Galerie Pace Wildenstein zeigen will.

Herr Close, Sie leben und arbeiten seit mehr als 40 Jahren in New York. Von manchen werden Sie scherzhaft als Bürgermeister von SoHo bezeichnet.

Dabei habe ich mich nicht mal für die Wahl aufstellen lassen. Angefangen habe ich 1967 auf der Greene Street. Als ich vor 20 Jahren in die Bond Street zog, war es die größte Crack-Dealer-Straße von Manhattan.

Inzwischen sind die meisten Galerien von SoHo nach Chelsea gezogen.

Wie wird sich die New Yorker Kunstszene weiterentwickeln?

Aufgrund der wirtschaftlichen Lage werden viele Galerien in Chelsea schließen. Aber die Stadt verändert sich sowieso permanent, im Moment tut sich viel auf der Bowery. Chelsea war das erste Viertel, das nicht von Künstlern gegründet wurde. Ganz einfach, weil es nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Es ist gut für Limousinen, die vor den Galerien parken.

Der Kunstrummel hat rezessionsbedingt abgenommen. Empfinden Sie das als positive Entwicklung?

Es ist wie eine Entschlackung nach dem Rausch des Exzesses. Als ob jemand zu fett und zu viel gegessen hat und sich übergeben muss.

Diesen Monat nehme ich an einer Diskussionsrunde zum Thema "Ist die Kunstwelt korrupter als Wall Street?" teil Ich denke, diese Diskussion gewinnen wir. Denn der Unterschied ist, dass es sich bei der Kunstwelt um eine Leistungsgesellschaft handelt. Die Künstler sind letztlich die Schiedsrichter. Sie entscheiden, ob eine Arbeit stark ist und ob sie Bestand haben wird. Sicher, Rummel kann helfen, Künstlern Aufmerksamkeit zu verschaffen. Aber ultimativ korrigiert sich das System selbst.

Inwiefern haben Sammler Einfluss auf dieses System?

Die sind wie eine Horde Schafe. Jedenfalls die Leute, die heutzutage sammeln. Mein Galerist spricht immer von den alten Zeiten, als Sammler in den Galerien vorbeischauten, um sich neue, interessante Arbeiten zeigen zu lassen. Sie definierten sich durch ihren eigenen Geschmack und stellten ihre Sammlungen ohne die üblichen Verdächtigen zusammen.

Die heutigen Sammler gehen nach einer Hitliste vor. Mit dem Ergebnis, dass eine Sammlung so langweilig wie die andere aussieht.

Es gibt keine Überraschungen. Das passiert auch bei den Kuratoren, wo jeder aus demselben Trog frisst.

Damien Hirst hat 1000 Punkt-Bilder gemacht, die sich für jeweils eine Million Dollar verkaufen. Gibt es wirklich so viel Bedarf dafür?

Hirst beschäftigte zu Spitzenzeiten mehr als 100 Assistenten, von denen er aufgrund der Wirtschaftsflaute viele wieder entlassen hat.

Gegen Künstler, die mit Assistenten arbeiten, habe ich nichts. Doch meine Kunstwelt ist eine andere: Ich werde nicht überall auf der Welt von Galeristen vertreten und bin froh, dass ich drei Bilder pro Jahr mache. Alle drei, vier Jahre folgt eine neue Ausstellung.

Langsamer zu sein hat den Vorteil, dass ich von den Wechselströmungen der Zeit verschont bleibe: Stars kommen und gehen, Entwicklungen ebenso.

Doch ich mache einfach weiter.

Sie scheinen seit Beginn Ihrer Karriere gegen den Strom zu schwimmen.

Die Kunstwelt da draußen beeinflusst mich schon. Bis auf Alex Katz gibt es keinen Künstler meiner Generation, der sich so viel ansieht wie ich. Meine Arbeit ist die Zusammenballung alles Gesehenen und Erfahrenen.

In den siebziger Jahren wurden Sie den Fotorealisten zugerechnet, setzten sich jedoch bewusst von dieser Kunstbewegung ab.

Meine Generation war besessen von der Idee, die Kunst von den Waffen zu befreien, die andere vor uns eingesetzt hatten. Wir wollten nicht die Vergangenheit zitieren. Philip Glass machte minimalistische Musik.

Choreografen setzten alltägliche Bewegungen ein, die nicht aus dem Ballett stammten. Bildhauer suchten sich neue Materialien. Es war eine gute Zeit, mit Kunst anzufangen. Wir konnten unbehelligt unsere Ideen entwickeln. Wer Arbeiten von Richard Serra oder Brice Marden begegnet, wird niemals denken, dass sie von jemand anders stammen könnten.

Warum entschieden Sie sich für die tot geglaubte Porträtmalerei?

Das tödlichste in der Kunst ist es, der gängigen Meinung zu folgen. Als ich anfing, hatte Clement Greenberg, damals der einflussreichste Kritiker, die Malerei für gestorben erklärt. Wer malte, war ein Trottel. Und am allerdümmsten war es, Porträts zu machen.

Da dachte ich: na, wunderbar! Ich werde nicht viel Konkurrenz haben.

Was für Reaktionen bekamen Sie?

Künstler, die nach Fotografien arbeiteten, hasste man. Bei Vorträgen bewarf man mich mit Bierdosen oder spuckte mich an. Mitschuld hatte die Ausstellung "New Images of Man" von 1959 im Museum of Modern Art. Es war der unausgereifte Versuch, die figurative Malerei zur Bewegung zu erklären. Die Ausstellung warf die figurative Kunst um 20 Jahre zurück. Die Folge war, dass wir als reaktionär galten. Dabei war Modernismus meine Religion. Doch der Abstrakte Expressionismus galt damals als die einzig wahre Kunstform.

Als ich für zehn Dollar einen Druck von Roy Lichtenstein kaufte, hielten mich einige meiner Kollegen für einen Unmenschen.

Und Sie antworteten 1968 mit kolossalen, frontalen Selbstporträts?

Ich hatte zu viele Filme mit James Dean gesehen und dachte, ein Künstler müsse wie ein wütender, junger Mann aussehen. Es war reine Pose.

Ich wollte ein riesiges Bild machen, das einen umhaut. Niemand sollte eine Ausstellung, an der ich beteiligt war, verlassen und hinterher fragen:

War da ein Chuck Close dabei?

Wie kommt es, dass Sie über all die Jahre bei Porträts geblieben sind?

Es ist bizarr und war wirklich nicht meine Absicht. Ich versuchte es mit Landschaften und schoss Fotos von Kieselsteinen, die ich so stark vergrößerte, dass sie wie Felsen aussahen.

Aber dann merkte ich, dass ich mich nicht für Felsen, Flaschen oder Äpfel interessierte und nicht Monate mit ihnen verbringen wollte. Statt dessen änderte ich meine physischen Aktivitäten im Atelier. Einfach das Thema zu wechseln hätte bedeutet, dass ich im gleichen Stil hätte weitermalen können. Das ist es doch, was die meisten Fotorealisten machten:

Sie nahmen sich erst Autos, dann Lastwagen, dann Diner vor. Alles schön glänzend und bunt.

Ihre Porträts entfernen sich im Laufe der Jahre immer weiter von der Vorlage.

Sie haben mit unterschiedlichen Drucktechniken experimentiert, Papierfetzen auf die Leinwand geklebt, mit Speichel gearbeitet oder statt des Pinsels Ihre Finger eingesetzt. Ist Ihnen der Arbeitsprozess wichtiger als Ihr Thema?

Der beste Weg, die Verbindung zwischen der Fotografie und der Malerei meiner Zeichen zu beschreiben, sind die mehr als 200 Bilder, die ich von dem Foto von Philip Glass fertigte.

Ich habe es 1968 gemacht und immer wieder mit demselben Raster als Vorlage benutzt. Das Gitter erlaubt mir, jedes Quadrat für sich zu betrachten.

Als ich andere Materialien oder Methoden einsetzte, wollte ich sehen, inwiefern es die Übersetzung beeinflusst. Es ist wie ein Experiment mit einer Konstanten, in dem man den Effekt der Variablen austestet.

Es heißt, Sie träten während der Arbeit nie zurück, um die Wirkung des großen Ganzen zu überprüfen.

Wenn, dann rolle ich zurück. Und das meistens nur, um Mittag zu essen.

Es ist ein wenig wie die Komposition einer Melodie. Der Komponist braucht keine Musiker, um seine Noten niederzuschreiben. Er weiß, wie das Stück klingen wird.

Hatten Sie jemals das Gefühl, blockiert zu sein und mit Ihrer Arbeit nicht weiterzukommen?

Ich sitze nicht herum und warte auf Geistesblitze. Inspiration ist etwas für Amateure. Der Rest von uns macht sich jeden Tag aufs Neue an die Arbeit. Aus der Arbeit fließen die Ideen. Du öffnest eine Tür, schaust dich um. Und wenn es dir nicht gefällt, schließt du die Tür und machst die nächste auf.

Aufgrund eines geplatzten Blutgefäßes in der Wirbelsäule sind Sie seit 1988 rechtsseitig gelähmt.

Inwie weit hat das Ihre Kunst beeinflusst?

Weil ich als Kind unter vielen Problemen litt, war ich auf ein solches Ereignis ziemlich gut vorbereitet. Ich war Legastheniker. Auf Grund einer Muskelschwäche war es mir nicht möglich zu rennen oder einen Ball zu werfen. Robert Rauschenberg, der eine Leseschwäche hatte, hat einmal gesagt: Wer lernbehindert ist, muss andere Spielstätten für seine Intelligenz finden. Als Kind führte ich Zaubertricks oder Puppenspiele vor, um die anderen um mich herum zu versammeln.

Malen konnte ich besser als andere. Die Kunst hat mir das Leben gerettet. Denn als behinderte Person musst du deine Mitmenschen ständig davon überzeugen, dass du weder dumm noch faul bist.

Wie haben Sie es bis an die Universität von Yale geschafft?

Ich war getriebener als andere und habe härter gearbeitet. Während die Welt mich für einen Versager hielt, haben mir meine Eltern das Gefühl gegeben, etwas Besonderes zu sein.

Unsere Familie war arm. Wir stammen aus einer kleinen Stadt. Mein Vater starb, als ich elf war. Auch heute noch bewege ich mich wie ein Indianer auf der Suche nach Spuren durch das Leben. Ich leide unter Prosopagnosie und kann Menschen nicht an ihrem Gesicht erkennen. Manchmal muss ich jemanden abfragen, um herauszufinden, wer er überhaupt ist. Straßennamen oder Nummern kann ich mir nicht merken.

Deshalb rastere ich die Stadt auf. Ich habe das Gefühl, ich schwebe über allem und blicke von oben herunter.

Wie wichtig ist es, dass Sie eine persönliche Verbindung zu den porträtierten Personen haben?

Sehr wichtig, denn was ich über den Menschen weiß, schleicht sich in das Bild ein. Es handelt sich entweder um Familienmitglieder und Künstlerfreunde oder Leute, zu denen ich mich durch ihre Arbeit verbunden fühle.

War auch schon mal jemand unglücklich über das Ergebnis?

Viele haben anschließend ihren Look verändert. Andere wollten sich von vornherein nicht von mir malen lassen. Sogar gute Freunde wie Sol LeWitt, der nicht an Personenkult glaubte. Für Brice Marden war ich nicht cool genug. Richard Serra wollte bei seinem Porträt möglichst dumm, knallhart und hässlich aussehen - es ist ihm gelungen.

Wie kam es dazu, dass Sie Bill Clinton malten?

Ich bin ein Freund von Hillary und Bill. In Clintons Amtszeit habe ich in verschiedenen Ausschüssen zur Verbesserung der Situation von Behinderten und zur Kulturpolitik gearbeitet. Als ich Bill im Weißen Haus traf, erzählte ich ihm, dass ich das erste Mal in Washington war, um einen Bus umzuwerfen und für Bürgerrechte und gegen den Krieg zu demonstrieren. Er sagte: Ich auch!

Allerdings glaube ich, dass niemand unser Denken - sei es in Sachen Umwelt oder Weltgeschehen - so verändert hat wie Al Gore.

Jetzt haben Sie Barack Obama beim Wahlkampf unterstützt.

Als ich Obamas erste Rede hörte, galt ihm meine volle Unterstützung.

Politik hat mich seit langer Zeit nicht mehr so bewegt. Zuerst dachte ich:

Wow, niemals zuvor standen eine Frau oder ein Schwarzer zur Wahl.

Ich war wirklich verärgert, dass dies zur gleichen Zeit passieren musste.

Inzwischen glaube ich, dass ein schwarzer Präsident die Welt mehr erschüttern wird.

Was halten Sie von der Forderung, in Washington das Amt eines Kulturministers zu schaffen?

Das ist eine gute Idee. Aber noch wichtiger finde ich Obamas Vorschlag, internationale Künstler, Maler, Musiker auch ohne Lehrerausbildung an öffentlichen Schulen unterrichten zu lassen. Staatliche Beihilfen für Künstler sollten wieder eingerichtet werden. Das National Endowment for the Arts, die staatliche Kulturförderung auf Bundesebene, muss angehoben werden.

Und wie finden Sie die Idee, Künstler als internationale Botschafter einzusetzen?

Die Keller unserer Museen sind voller Kunst, die niemals das Tageslicht erblickt. Wir sollten diese Sammlungen durch die Welt wandern lassen, die Regierungen könnten beim Transport und den Kosten für die Versicherung helfen.

Sie waren stets viel auf Reisen, wie gefällt Ihnen Berlin?

Ganz ehrlich, ich fühle mich immer ein wenig unwohl in Deutschland. Auf Grund der Vergangenheit und weil man an Orten wie Bayern das Gefühl hat, dass sich nicht viel in den Köpfen verändert hat. Der frühere Ostteil von Berlin gefällt mir, er ist voller Energie.

Der Potsdamer Platz sieht aus wie ein Architekturghetto. Das Jüdische Museum ist architektonisch das Schlimmste, was ich je gesehen habe.

Die Malerei erlebt gerade wieder eine Blüte. Welche jüngeren Künstler interessieren Sie?

Jenny Saville ist eine wundervolle Malerin, ebenso Dana Schutz. Ich halte John Currin und Lisa Yuskavage für interessant und bin ein Fan von Cecily Brown. Auf der vergangenen Messe in Miami fiel mir auf, dass jüngere Künstler wieder mehr Wert auf das Handwerk legen und so viel mehr Mühe in ihre Arbeit investieren.

Das hat sicher mit der neuen wirtschaftlichen Realität zu tun.

Wenn sowieso niemand meine Arbeit kauft, kann ich es wenigstens genießen, sie zu machen und mir Zeit dafür nehmen.

Interessieren Sie sich überhaupt für den Kunstmarkt?

Messen sind für Künstler so, als ob man einer Kuh einen Ausflug über den Schlachthof gönnt. Man weiß, dass diese Dinge stattfinden, aber man will diese groteske Seite der Kunstwelt nicht sehen.

Noch grotesker war es in Boomzeiten, als Leute durch die Hallen hetzten, um Kunst zu kaufen.

Wie empfinden Sie Auktionen?

Sie sind das schlimmste Übel. Schlecht für die Kunst, schlecht für Künstler und auch für Sammler - gut sind sie nur für sich selbst. Ein Galerist verfolgt das langfristige Interesse seines Künstlers. Er wird eine Arbeit nicht verkaufen, weil er heute den doppelten Preis bekommen könnte. Denn das wird den Markt für den Künstler über Jahre beeinflussen. Auktionshäuser hingegen wollen an einem Abend das meiste Geld herausholen, sie kümmern sich einen Dreck um den Künstler. Es geht soweit, dass ich nicht in Erfahrung bringen kann, wer meine Arbeiten, an denen ich ja noch das Copyright halte, ersteigert hat.

Wann haben Sie das Gefühl, es ist wieder Zeit für ein Selbstporträt?

Ich versuche bei jeder Ausstellung eines dabei zu haben.

Warum?

Um zu sehen, wie mein Haar verschwindet oder wie meine neue Brille aussieht.

Haben Sie bei all den Selbstbildnissen etwas über sich selbst gelernt?

Nicht ein bisschen. Ich bin seit 35 Jahren in Therapie. Doch nach wie vor verstehe ich grundsätzliche Dinge bei persönlichen Beziehungen nicht.

Aber Sie sind doch ein ausgesprochener Menschenfreund.

Ich möchte, dass man mich mag und dass jeder glücklich ist. Emotionale Inhalte, auch bei der Malerei, jagen mir Angst ein. Früher konnte ich im selben Raum mit einer Person sein und doch völlig abwesend. Ich habe gelernt zuzuhören und mich mit anderen zu beschäftigen. Meine Frau, mit der ich seit mehr als 40 Jahren verheiratet bin, fragt mich dennoch manchmal: Verstehst du das immer noch nicht? Es ist ein Kampf.

Darum malen Sie immer wieder aufs Neue Porträts von Menschen, die Ihnen nahe stehen.

Und ich werde sie weitermalen, bis ich endlich begriffen habe, was zur Hölle los ist und wer diese Leute sind.

Ausstellungen: Gruppenschau "Picturing America" (s. Seite 16) Deutsche Guggenheim, Berlin, 7. März bis 10. Mai. Galerie: Pace Wildenstein, New York, 1. Mai bis 20. Juni, www.pace wildenstein.com Literatur: Christopher Finch:

Chuck Close. Work. Prestel Verlag 2007. Robert Storr: Chuck Close. Museum of Modern Art 2002

Bildunterschrift:

Verwischte Arbeitsspuren: Staffelei mit Malproben von Chuck Close in seinem Atelier in SoHo

Über-Ich: Chuck Close vor einem seiner fotografischen Selbstporträts (2008)

Seine Pinsel umwickelt Close mit Klebeband, damit sie besser in die Armschiene passen

"Wer in den siebziger Jahren malte, galt als Trottel. Malerei war tot. Und am allerdümmsten war es, Porträts zu machen"

Komposition aus gitterförmigem Raster: "Selbstporträt" (2002/03, 76 x 61 cm)

"Ich mache einfach weiter": Chuck Close ist seit 1988 rechtsseitig gelähmt. Zum Malen stabilisiert er die rechte Hand und den Pinsel mit einer Schiene und führt sie mit der linken

"Als Behinderter musst du deine Mitmenschen ständig davon überzeugen, dass du weder dumm noch faul bist"

Close bei der Arbeit an "Zhang Huan II" (2008/09, 258 x 213 cm), die Staffelei ist eine Maßanfertigung, mit der er das Bild drehen und auf Armhöhe fahren kann

"Als ich Obamas Reden hörte, galt ihm meine volle Unterstützung.

Politik hat mich lange nicht mehr so bewegt"

"Zhang Huan" (hinten), die Wandteppiche

"Selbstporträt" und "Lyle" (rechts) und "Phil", ein Philip-Glass-Porträt, am Boden

"Auktionen sind das schlimmste Übel. Schlecht für die Kunst, schlecht für den Künstler und auch für Sammler"