Ausgabe: 02 / 2009
Seite: 101

Eine Tragödie

Von Joachim Hauschild

Streit: Schlemmer-Auktion per Gerichtsbeschluss abgesagt

Drei Tage vor der geplanten Auktion kam das Aus, wenn auch nur vorläufig: Das Oberlandesgericht München stoppte auf Antrag der Schlemmer-Tochter Ute Jaina die für den 6. Dezember vorgesehene Auktion von Werken des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer (art 12/2008) im Kölner Haus Lempertz. Aus rein formaljuristischen Gründen, wie die Gerichtssprecherin Sybille Fey mitteilte. Damit ist das ursprüngliche Urteil des Landgerichts München, das Schlemmer-Enkelin Janine anstrebte, jedoch keineswegs aufgehoben. Es lautet: Zwangsversteigerung.

Diese sei aufgeschoben, aber keineswegs aufgehoben, betont Lempertz-Chef Henrik Hanstein.

Die Schlemmer-Werke werden nun einem so genannten Sequester, etwa einer Spedition, übergeben, da Lempertz nicht ihre Versicherungs- und Lagerkosten übernehmen will. Hanstein rechnet damit, dass im Herbst 2009 nun zuerst der zweite Teil der 127 Werke versteigert wird und dann der erste folgt. Ein materieller Schaden sei seinem Haus nicht entstanden, sagt er. Doch für das Werk Oskar Schlemmers, das kaum noch auf Ausstellungen zu sehen ist, sei dies "eine Tragödie".

"Wer weiß schon, wie die wirtschaftliche Situation im Herbst ist? Die Museen, die jetzt heftiges Interesse hatten, könnten ja dann kein Geld mehr haben."