Ausgabe: 02 / 2009
Seite: 103

Rettung in letzter Minute

Von Claudia Bodin

Krise: MOCA in Los Angeles bekommt Eli Broads Spende

Nicht auf geschäftstüchtige Manager, sondern auf Direktoren mit Visionen hat das Museum of Contemporary Art (MOCA) in Los Angeles immer gesetzt. Das wurde der Institution zum Verhängnis.

Seit Jahren liegen die Ausgaben höher als die Einnahmen.

Um das Museum am Laufen zu halten, bediente sich die Verwaltung bei den Rücklagen des Hauses, die von 50 Millionen Dollar (36,4 Millionen Euro) im Jahr 1999 inzwischen auf sechs Millionen Dollar geschrumpft sind. Nun überprüft die Staatsanwaltschaft, ob das an strikte Regulierungen gekoppelte Geld überhaupt angerührt werden durfte. Schließlich handelt es sich bei dem Museum um eine gemeinnützige Organisation, die sich aus Eintritten und Mitgliedschaften sowie aus privaten Spendengeldern finanziert.

Direktor Jeremy Strick zog bereits die Konsequenzen und trat zurück.

Nun würde das Los Angeles County Museum of Art das MOCA gern übernehmen.

Doch wie es scheint, kann das "einzige Museum von Weltklasse in der Stadt", so die einflussreiche Kritikerin der "New-York-Times" Roberta Smith über das MOCA, seine Selbstständigkeit retten.

Denn Kunstsammler und Gönner Eli Broad hat dem krisengeschüttelten Haus eine Finanzspritze von 30 Millionen Dollar zugesagt, wenn das Museum selbst noch einmal 15 Millionen Dollar an Spenden zusammenbringt.

Nach letzten Meldungen soll das MOCA sogar 20 Millionen Dollar gesammelt haben.

Bildunterschrift:

Eli Broad spendet 30 Millionen Dollar