Ausgabe: 02 / 2009
Seite: 106

NACHGEFRAGT

Von

Thomas Kilpper, 52, Berliner Künstler, plant die Errichtung eines 60 Meter hohen Leuchtturms und eines Kulturzentrums auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa.

Das 20 Quadratkilometer große Eiland ist Anlaufpunkt für Flüchtlingsschiffe aus Libyen und Tunesien.

Warum braucht Lampedusa einen neuen Leuchtturm?

Jährlich fahren rund 20 000 afrikanische Flüchtlinge auf wenig seetauglichen Booten die Insel an. Etwa zehn Prozent von ihnen lassen auf der Überfahrt ihr Leben.

Ein Leuchtturm mit starkem Lichtstrahl könnte weithin sichtbar Orientierung bieten und so die Gefahr minimieren. Mit dem Turm soll zugleich ein Kulturzentrum für die Inselbewohner entstehen, ein Ort des kulturellen und sozialen Austauschs.

Haben Sie das Projekt schon auf der Insel vorgestellt?

Ja. Ein Dutzend Einwohner wollen es aktiv unterstützen.

Wie reagiert die Verwaltung?

Der konservative Bürgermeister und die Gemeinde haben sich grundsätzlich offen gezeigt. Wenn sich das Projekt entwickelt, sollen wir ein Grundstück bekommen.

Wie wollen Sie das Ganze finanzieren?

Ich hoffe auf Spenden und Mittel der Europäischen Union. An dem Punkt sind wir aber noch nicht. Wichtig ist, dass die Menschen diese Idee aktiv aufgreifen. Der Plan hat nur als soziales Projekt eine Chance, nicht als schöne Idee eines Künstlers.