Ausgabe: 02 / 2009
Seite: 77
Intime Momente in Bronze gegossen
Von Petra Bosetti
Das ganze plastische Werk des Impressionisten in der Kunsthalle
HAMBURG: DEGAS
Wann immer von Edgar Degas (1834 bis 1917) als Bildhauer die Rede ist, taucht vor dem inneren Auge fast zwangsläufig die Figur des frechen 14-jährigen Ballettmädchens auf, das keck die Stupsnase in die Luft reckt und am Bronzekörper ein Tutu aus echtem Tüll trägt. Das mag vor allem daher rühren, dass der Maler das Wachsmodell der kleinen Tänzerin als einzige seiner bildhauerischen Arbeit öffentlich ausgestellt hatte und diese dadurch die größte Popularität erlangte und auch behielt.
Darüber allerdings ge riet in Vergessenheit, dass Degas ein Werk von immerhin 73 Skulpturen hinterlassen hat. Zu seinen Lebzeiten existierten Plastiken allerdings nur als Wachsmodelle, erst 1919 wurden sie in Bronze gegossen.
Die Hamburger Kunsthalle zeigt nun den kompletten Bestand der Bronzen in der Ausstellung "Intimität und Pose".
Diese intimem Momente zeigen Frauen, die genüsslich im Badezuber planschen, dem Bad entsteigen, den Körper pflegen oder sich wohlig räkeln.
Degas beobachtete Tänzerinnen bei ihren alltäglichen Übungen und hielt Bewebungsabläufe von edlen Rennpferden fest. Alle Skulpturen sind Leihgaben des Museu de Arte de São Paulo.
Termin: 6. Februar bis 3. Mai.
Katalog: 35 Euro. Internet: www.hamburger-kunsthalle.de
Bildunterschrift:
"Tänzerin, ihre rechte Fußsohle betrachtend" (Höhe 46 cm)
