Ausgabe: 02 / 2009
Seite: 14
Die Art-Home-Story (19) - Zu Gast bei Martin Eder
Von
Krimskrams, Nippes, Utensilien - im Laufe der Zeit sammelt sich so einiges an. Wir besuchen Künstler in ihren Ateliers und lassen uns ihre Lieblingssachen und Herzensdinge zeigen.
DIE ART-HOME-STORY (19)
Vogelpräparat Keine Ahnung, was das für ein Vogel ist, ich vermute etwas Tropisches. Ein zarter, fragiler Botschafter aus einer anderen Welt, der mich daran erinnert, daß es neben unserer hektischen Kommerzwelt noch andere Welten gibt, die man nie unterschätzen sollte. Ich habe das Tier schon seit etwa fünf Jahren, es wurde mir mal geschenkt.
Pyritkristall Diese Kristalle kommen in perfekten Formen in der Erde vor.
Dieser hier kostet ein paar Hundert Dollar. Museumsqualität!
Mich fasziniert die Tatsache, dass so etwas aus der weichen, schimmeligen Erde kommt, dass völlig ungerichtete Kräfte und großes Chaos so perfekte, gleichförmige Objekte hervorbringen.
Diesen Schöpfungsvorgang würde ich gern bei der Natur klauen.
Küchenuhr Meine alte Küchenuhr leistete mir jahrelang treue Dienste, bis eines Tages unter ihr der Topf mit dem Pommes-frites-Öl explodierte.
Meine Küche brannte teilweise ab. Das war um 1994, damals wohnte ich noch in einer Kellerwohnung. Seitdem weiß ich: Am eigenen Herd kann die größte Gefahr lauern.
Gitarre Das Modell "White Falcon" der New Yorker Firma Gretsch ist von 1968. Die Gitarre steht für eine Rock-Haltung - aber nicht für Kuschelrock, sondern richtig wütenden Rock 'n' Roll.
Das hat damit zu tun, dass man mit der Welt, in der man lebt, nicht zufrieden ist.
Zirkel Ich habe ja Bildhauerei studiert. Da benutzt man den Zirkel zum Abnehmen von Maßen. Mit dem Zirkel überlistet man auch die eigene Unfähigkeit - nämlich einen perfekten Kreis zu ziehen. Diese Perfektion macht den Zirkel zu etwas Aggressivem.
Bildunterschrift:
Maler und Musiker Martin Eder in seinem Berliner Atelier. Von 1. Februar bis 26. April ist seine Schau "Der dunkle Grund" in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu sehen
