Ausgabe: 12 / 2009
Seite: 104

Entscheidung für das "Morsbroichische"

Von Angelika Kindermann

Thomas Wulffen, Präsident der deutschen Sektion des Kunstkritikerverbandes AICA, zum Museum des Jahres. art: Was hat Morsbroich, was andere nicht haben?

Wir Kunstkritiker beobachten die vielfältige Museumslandschaft Deutschlands eingehend. Dabei orientieren wir uns nicht so sehr an Publikumserfolgen oder spektakulären Projekten. Unsere Entscheidung für das Museum ist eine Entscheidung für das typisch "Morsbroichische":

Hier hat es ein Haus geschafft, die eigenen Stärken bestens auszuspielen. Auf hohem Niveau ist mit den Werkschauen über Candida Höfer oder Gerhard Richter der Brückenschlag zwischen der eigenen Sammlung zeitgenössischer Kunst und dem Ausstellungsprogramm gelungen.

2008 ging der Titel an das Kupferstich- Kabinett in Dresden und 2007 an das Museum Wiesbaden ...

Auch da waren hervorragende Ausstellungen und Vermittlungsarbeit entscheidend.

Das Museum Wiesbaden wurde dank des Titels neu entdeckt.

Mehr als eine Urkunde gibt es für die Museen aber nicht, oder?

Kein Preisgeld, nein. Aber der Titel sorgt für Öffentlichkeit. Dieser Titel ebenso wie die Auszeichnung "Ausstellung des Jahres", die diesmal an die Polke- Schau in der Ham burger Kunsthalle ging, wecken das Interesse an einem Haus, und das spornt auch die Mitarbeiter an.

Bildunterschrift:

Das Museum Morsbroich in Leverkusen ist vom Kunstkritikerverband AICA zum Museum des Jahres 2009 gewählt worden