Ausgabe: 11 / 2009
Seite: 198

Wie van Gogh ins Museum kam

Von

Das Schicksal der Gemälde des berühmten Malers

Dass der arme Holländer Vincent van Gogh (1853 bis 1890) der Nachwelt unsagbar schöne und unvorstellbar teure Bilder hinterließ, weiß heute jeder. Aber wie kam sein zu Lebzeiten kaum verkäufliches, riesiges OEuvre eigentlich unter die Leute? Erschöpfend Auskunft gibt erstmals ein fulminanter Katalog, in dem der Zürcher Kunsthändler und Provenienzforscher Walter Feilchenfeldt, 70, das Schicksal all jener 568 Gemälde bilanziert, die van Gogh zwischen 1886 und 1890 an seinen französischen Wohnorten Paris, Arles, Saint- Rémy und Auvers vollendet hat.

Und weil der Autor dazu für jedes einzelne Bild sämtliche Besitzerwechsel vom Verlassen des Ateliers bis zum heutigen Standort recherchieren musste, vergingen 25 Jahre bis zur Publikation seiner vielen 1000 in alten Akten, Büchern, Briefen und Katalogen aufgespürten Informationen.

Nur einmal muss er passen: Besitzer unbekannt. Drei Werke sind zerstört, vier weitere verschollen. 111 der katalogisierten Bilder sind noch in Privatbesitz; der erhebliche Rest, gottlob, ist in Museen. A. N.

Walter Feilchenfeldt: Vincent van Gogh. Die Gemälde 1886-1890.

Händler, Sammler, Ausstellungen.

Frühe Provenienzen. Nimbus Verlag.

356 S., 571 Abb., 75 Euro