Ausgabe: 11 / 2009
Seite: 192
Rotzlöffelhaft
Von
Zwei Bildbände leiten durch den Meese-Kosmos
Jonathan Meese, die selbst ernannte "Ameise der Kunst", der größte Exorzist der jüngeren Kunstgeschichte, propagiert mal wieder die Diktatur der Kunst.
Das Künstlerbuch "Totaler Metabolismus - ein Manifest" und "Erzstaat Atlantisis", der Katalog zur Ausstellung im Arp-Museum Bahnhof Rolandseck, sind wie erwartet: laut, wild, böse und komisch. Meese, dieser manische Sammler von Bildern, Worten und Symbolen verquirlt fröhlich Spongebob mit Vaginas, Hitler mit Beuys, Atlantis mit Dr. No zu furiosen Collagen, Gemälden und Skulpturen. Außerdem:
Hand schriften, Manifeste, Poesie ("Speichel am Bergmassiv, alles glattgelutscht, auf dem Pendel sitzend, transparent; , tierisch, pur, haltlos, glatt, machtlos, spiel doch, spiel doch Scarlettierbaby"). Man brauche schon sehr viel Humor, um Jonathan Meese zu verstehen, hat der Sammler Harald Falckenberg ein mal über ihn gesagt. Und so ist es auch mit diesen Büchern: Man muss sich darauf einlassen, tief in den Meese-Kosmos eintauchen und sich seine Dämonen austreiben lassen - dann kann man einen Heidenspaß haben. A. B.
Jonathan Meese: Totaler Metabolismus - ein Manifest. Verlag der Buchhandlung Walther König.
384 S., 370 Abb., 48 Euro Oliver Kornhoff (Hrsg.): Jonathan Meese. Erzstaat Atlantisis. DuMont Buchverlag. 176 S., 188 Abb., 39,95 Euro
