Ausgabe: 11 / 2009
Seite: 196

Pariser Luft

Von

1919 bis 1939: das wilde Leben der Kunst-Metropole

Sicher: Die strahlende Belle Époque war nach dem Ersten Weltkrieg in Paris zu Ende. Doch mit der Attraktivität der Lichterstadt an der Seine hat es damit noch längst nicht sein Bewenden.

Jetzt kamen die "années folles", die wilden Zwanziger, und um zu schildern, was Frankreichs Kapitale damals und im folgenden Jahrzehnt zu bieten hatte, dafür brauchen die Kunsthistoriker Vincent Bouvet und Gérard Durozoi einen ziegelschweren Band von gut 400 Seiten, voll gestopft mit rund 500 Abbildungen.

Und das ist durchaus angemessen: Picasso, Matisse und Co. arbeiten dort an Meisterwerken; Paul Valéry und André Gide schreiben große Bücher; Coco Chanel schneidert klassische Roben; Brassaï fotografiert das nächtliche Paris, in dem derweil gelebt und gefeiert wird, als gäbe es kein Morgen. Tatsächlich werden die Dreißiger deutlich ruppiger, und 1940 ist es mit der Herrlichkeit endgültig vorbei.

Aber der Glanz davor - hier ist er (mitsamt seiner Schattenseiten) noch einmal opulent zu besichtigen. U. v. S.

Vincent Bouvet/Gérard Durozo¡:

Paris 1919-1939. Kunst, Leben & Kultur. Brandstätter Verlag. 415 S., 505 Abb., 49,90 Euro