Ausgabe: 11 / 2009
Seite: 198
Botticelli zum Lesen
Von
Über einen großen Maler und die Mächtigen und Schönen seiner Zeit
Nicht viel ist über den Renaissancemaler Sandro Botticelli (1445 bis 1510) bekannt. Gerne stützen sich Biografen deshalb auf die bewährten Künstlerbiografien, die Giorgio Vasari 1550 veröffentlicht hat, die aber häufig von sehr subjektiven Vorlieben und Abneigungen des Autors geprägt sind. Vasari berichtete, Botticelli habe "nach Laune gelebt und schlecht gewirtschaftet", sei "im Alter völlig verarmt und im Elend gestorben", moniert etwa der Botticelli-Monograf Ronalds Lightbown. Ulrich Rehm, Professor für Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum, hat deshalb für seine Biografie deutlich sachlichere Quellen benutzt: die Notizen des Florentiner Kaufmanns Antonio Billi und die eines anonymen Kunsthistoriografen, "Anonimo Magliabechiano". Das Ergebnis der Recherche ist ein wunderbares, zudem erfreulich gut bebildertes Lesebuch, das auch für Nicht-Kunsthistoriker zu einer gewinnbringenden Lektüre über einen grandiosen Künstler sowie die Schönen, Reichen und Mächtigen seiner Zeit wird. P. B.
Ulrich Rehm: Botticelli. Der Maler und die Medici. Eine Biographie.
Reclam Verlag, 280 S., 52 Abb., 22,90 Euro
